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MI | 11.04.2012
Führerscheinfoto mit Nudelsieb als Kopfbedeckung (Bild: APA/Niko Alm)
CHRONIK
Behörde genehmigt Nudelsieb auf Ausweisfoto
Ein Nudelsieb gilt für das Verkehrsamt der Bundespolizeidirektion Wien als religiöse Kopfbedeckung - zumindest wenn man wie der Wiener Unternehmer und bekennende Atheist Niko Alm dem "Pastafarianismus" angehört.
Nudelsieb als Kopfbedeckung für Anhänger des Pastafarianismus.
Konfessionelle Kopfbedeckung als Ausnahme
Die Idee zur ungewöhnlichen Kopfbedeckung sei ihm gekommen, als ihm eine Broschüre des früheren FPÖ-Verkehrsministers Hubert Gorbach in die Hände gefallen sei, so Alm. Darin habe es geheißen, niemand dürfe mit Kopfbedeckung auf ein Ausweisfoto, außer es handle sich um eine konfessionelle Kopfbedeckung.

Alm fotografierte sich als Anhänger des "Pastafarianismus", der 2005 vom amerikanischen Physiker Bobby Henderson gegründet wurde, mit einem Nudelsieb auf dem Kopf.
Führerschein der Republik Österreich mit Foto, auf dem ein Nudelsieb als Kopfbedeckung erkennbar ist (Bild: APA/Niko Alm)
Behörde weigerte sich zuerst, gab dann aber nach drei Jahren nach.
Führerscheinfoto war so zuerst nicht möglich
Er brachte das Foto selbst zur Behörde und übergab es - mit Nudelsieb auf dem Kopf - dem Beamten. "Der hat nichts gesagt", wird Alm zitiert. Schlussendlich fiel der ungewöhnliche Antrag aber doch auf. Er sei telefonisch informiert worden, dass ein Führerscheinfoto so nicht möglich sei, schilderte Alm.

Alm habe dann einen schriftlichen Bescheid dazu verlangt, stattdessen aber eine Vorladung zum Amtsarzt bekommen. Der stellte fest, dass Alm "psychisch befähigt" sei, ein Auto zu lenken. Eine weitere Vorladung zum Verkehrsamt ließ Alm verstreichen. Nun bekam er, nach mittlerweile drei Jahren, den von der Polizei bewilligten Führerschein.
Gewisse Kriterien müssen für konfessionelle Kopfbedeckungen erfüllt werden.
Gesicht muss erkennbar sein
"Kopfbedeckungen sind nicht erlaubt, Ausnahmen sind aus religiösen Gründen zulässig. In diesem Fall gilt: das Gesicht muss von der unteren Kinnkante bis zur Stirn erkennbar sein. Es dürfen keine Schatten auf dem Gesicht entstehen", heißt es auf der Homepage Passbildkriterien.at.

"Es dürfen keine anderen Gegenstände als der Kopf auf dem Foto sein", heißt es hingegen auf der Homepage Scheckkartenfuehrerschein.at.

Kopfbedeckungen aus konfessionellen Gründen sind erlaubt, wenn sie gewisse Kriterien erfüllen. Allerdings stellt sich wohl die Frage, was unter konfessionell zu verstehen ist. Vom Verkehrsamt war am Dienstag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.
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