Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Drei grüne Papageie sitzen auf einem Ast (Bild: APA/Tiergarten Schönbrunn/Daniel Zupanc)
TIERE
Aufzucht gefährdeter Papageien gelungen
74 Eier haben Zöllner Mitte April am Flughafen Wien-Schwechat sicher gestellt. Im Tiergarten Schönbrunn gelang es, 45 Vögel aufzuziehen. Bei den Tieren handelt es sich um gefährdete Jamaika- und Rotspiegelamazonen.
In kurzer Zeit musste alles für Aufzucht organisiert werden.
In Keksschachteln aus Jamaika geschmuggelt
In Keksschachteln und in einer Kokosnuss hatten zwei aus Jamaika kommende Urlauber versucht, die 74 Papageieneier ins Land zu schmuggeln. Der Zoll übergab die Eier an den Tiergarten Schönbrunn.

"Innerhalb kürzester Zeit mussten Teams aus erfahrenen Pflegern gebildet, Räumlichkeiten adaptiert, Brutschränke angeschafft und Futter besorgt werden", sagte Tiergarten-Direktorin Dagmar Schratter.
Video zeigt Fütterung im Tiergarten

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Seltene Chance für Tiergarten, Daten zu sammeln.
Futter rund um die Uhr alle zwei Stunden
Bis zu zehn Pfleger sind im Einsatz. Anfangs mussten die Küken rund um die Uhr alle zwei Stunden gefüttert werden.

Neben dem Pflegeaufwand war auch der Verwaltungsaufwand ein großer. Im Tiergarten wurden zu jedem einzelnen Tier Daten über Gewicht, Futteraufnahme und Allgemeinzustand gesammelt. Bei seltenen Tieren sind alle Daten wertvoll. Sie bieten die Chance, mehr Wissen über diese gefährdeten Arten zu bekommen.
Zuchtprogramm soll aufgebaut werden.
Seltene Jamaika- und Rotspiegelamazonen
Der anfängliche Verdacht der Zöllner bestätigte sich jetzt, wo die Tiere geschlüpft und voll gefiedert sind. Es handelt sich bei den Tieren um seltene Jamaika- und Rotspiegelamazonen. Sie kommen ausschließlich auf Jamaika vor. Der Handel mit diesen Tieren ist verboten. Liebhaber sollen aber bis zu 15.000 Euro pro Ei zahlen. Ihr Schmuggel ist ein lukratives Geschäft.

In Jamaika sind die Vögel durch menschliche Einflüsse bedroht. Die feuchten Wälder werden durch Abholzung und Siedlungsbau immer kleiner. Einige der Amazonen bleiben im Tiergarten Schönbrunn. Die anderen werden an wissenschaftlich geführte Zoos abgegeben. "Geplant ist außerdem, ein Zuchtprogramm zur Erhaltung aufzubauen", so Schratter.
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