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MI | 11.04.2012
Mann und Frau in Wohnung (Bild: Fotolia/Kurhan)
CHRONIK
WG "für Fortgeschrittene" ab 55 Jahren
In Ottakring ist ein neues Wohnhaus für über 55-Jährige präsentiert worden. "Wohngruppen für Fortgeschrittene" nennt sich das Pilotprojekt, bei dem ältere Menschen in einer eigenen Wohnung und in Gemeinschaft leben.
Ziel war eine Wohnanlage für alle Generationen.
Wohnungen für Wohngruppen reserviert
Das Wohngruppenprojekt in der Steinbruchgasse bietet eine Alternative zum klassischen Pensionistenheim: Die älteren Bewohner wohnen zwar allein in einer Wohnung, verfügen aber in der "Wohngruppe" über Gemeinschaftsräume.

Etliche Wohnungen in dem Wohnhaus sind für die Wohngruppen reserviert, der Rest der 80 Wohnungen steht aber allen Altersgruppen, insbesondere auch jungen Familien mit Kindern, zur Verfügung.

In Summe soll eine attraktive, generationenübergreifende Wohnanlage mit hohem "Nachbarschaftsfaktor" entstehen, heißt es beim gemeinnützigen Bauträger GEWOG, der das Projekt realisiert hat.
Menschen vor Wohnhaus (Bild: Neue Heimat)
Animation des neuen Wohnprojektes
Bewohnerin: Wir sind füreinander da"
"Wir haben unterschiedliche Berufe, Meinungen und Erfahrungen", erklärte Bewohnerin Hana Walter. Ziel dieser "Wahlfamilie" sei ein schönes Leben mit hoher Qualität und gegenseitige Hilfe bei Problemen: "Wenn jemand krank ist oder etwas braucht, sind wir füreinander da." Man unternehme aber auch diverse Dinge miteinander.

"Wir könnten bis zum Schluss in den Wohnungen bleiben und hier später auch gepflegt werden", verwies die 67-Jährige auf die barrierefreie Ausstattung der zwischen 59 und 123 Quadratmeter großen Einheiten.
Die neue 55 Plus-WG (Bild: PID/Schaub-Walzer)
Projekt kostete 10,3 Millionen Euro
23 Paare und Einzelpersonen sind bereits im Juli in die Wohngruppen eingezogen. Die jetzigen Mieter hätten sich im Zuge eines moderierten Gruppenbildungsprozesses gefunden und seien bereits seit 2008 in die Planung ihres nunmehrigen Zuhauses eingebunden gewesen, so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ). Sie haben auch ein Vorschlagsrecht für Nachfolger.

Die Bewohner zahlen einen einmaligen Beitrag von durchschnittlich 205 Euro pro Quadratmeter sowie 7,65 Euro pro Quadratmeter an monatlicher Miete. Entwickelt wurde das Konzept vom gemeinnützigen Wohnbauträger "Neue Heimat".

Die Gesamtkosten des Projekts betrugen 10,3 Millionen Euro. 3,5 Millionen Euro davon kamen von der Stadt.
Ähnliche Projekte in Wien
Auch in der Ameisgasse in Penzing entsteht ein Wohnhaus mit Wohngruppen. Und im September wird ein ähnliches Projekt in der Leopoldstadt eröffnet: Im Kolpinghaus "Gemeinsam leben" in der Engerthstraße werden pflegebedürftige Menschen und alleinerziehende Mütter unter einem Dach wohnen.
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