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DO | 23.02.2012
Ärzte (Bild: Fotolia/Falk)
GESUNDHEIT
Spital-Gewerkschaft geht auf Barrikaden
Die Gewerkschaft der Spitalsbediensteten macht derzeit mobil gegen den befürchteten Sparkurs in den Wiener Spitälern. Hintergrund dafür sind zähe Verhandlungen mit dem Spitalserhalter über neue Dienstzeitmodelle und Betriebsabläufe.
"Diensträder" sollen auf acht Stunden gekürzt werden.
Mitarbeiter "flexibler" einsetzen?
Die Personalvertreter führen derzeit unter den Beschäftigten eine "Protest-Befragung" durch. Mit Aussagen wie "Ja, ich bin bereit zu streiken" wird derzeit zu Kampfmaßnahmen aufgerufen. Mit der Befragung will sich die Gewerkschaft dann den nötigen Rückenwind holen, um dem Dienstgeber die Rute ins Fenster stellen zu können.

Anlass für den Protest ist der befürchtete Sparkurs in den Spitälern. So will der Krankenanstaltenverbund (KAV) laut Gewerkschaft die Diensträder von 12,5 auf acht Stunden reduzieren und dafür die Mitarbeiter flexibler einsetzen.

Zudem sollen Kongressbesuche von Ärztinnen und Ärzten und auch Überstunden künftig stärker hinterfragt werden.
Bis zu 49 Stunden im Dienst
Derzeit können einzelne Dienste von Ärztinnen und Ärzten laut Gesetz 32 Stunden dauern, am Wochenende sind Dienste mit bis zu 49 Stunden am Stück möglich. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit darf 60 Stunden nicht überschreiten.
Streit um Dienstposten
Die Personalvertreter bezeichnen die Ist-Situation in den Krankenhäusern als nicht mehr tragbar. Weil Überstunden nur mehr auf Zeitausgleich gemacht werden dürften, wären rein rechnerisch über 700 Dienstposten nicht besetzt.

Beim KAV hieß es hingegen, dass man in den vergangenen fünf Jahren das Ärztepersonal um sechs und das Pflegepesonal um drei Prozent aufgestockt habe.

Die Gewerkschaft will jedenfalls nach der Protest-Befragung am 14. September eine öffentlichkeitswirksame Kampagne starten.
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