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MI | 11.04.2012
Lipizzaner in Stall in der Hofreitschule (Bild: Spanische Hofreitschule/Herbert Graf)
CHRONIK
Hofreitschule: Freundeskreis gegen Freunde
Mehr Qualität und weniger Vorstellungen fordert der Verein "Freundeskreis der Spanischen Hofreitschule". Geschäftsführerin Elisabeth Gürtler sprach von "selbst ernannten Experten", auch die "Gesellschaft der Freunde" weist die Vorwürfe zurück.
Abstand zwischen den Pferden nicht eingehalten.
Zu viele Vorführungen, zu wenig Training
Josef Offenmüller, Sprecher des Freundeskreises der Spanischen Hofreitschule, kritisierte die Ausgliederung aus dem Bundesbudget 2001. Einsparungen in der Hofreitschule und im Bundesgestüt Piber wären die Folge gewesen.

Unter Generaldirektorin Elisabeth Gürtler sei laut Offenmüller seit 2007 die Zahl der Vorstellungen erhöht worden. "Darunter leidet aber die Qualität. Denn, wenn es mehr Vorführungen gibt, bleibt weniger Zeit fürs Training", argumentierte Offenmüller.

Die mangelnde Qualität versuchte der Freundeskreis mit einem Video-Vergleich zu beweisen. Bei Galavorführungen aus den Jahren 1993 und 2011 sei der Qualitätsverlust zu bemerken, vor allem in der Quadrille. Zudem würden die Abstände zwischen den Pferden nicht eingehalten.
Aufnahme in Weltkulturerbe gefordert
Der Freundeskreis fordert, dass die Hofreitschule und das Bundesgestüt Piber in das Weltkulturerbe aufgenommen wird. Dadurch würden die beiden Institutionen in die Zuständigkeit des Kulturministeriums fallen. "Nur, weil es hier um Pferde geht, hat das nichts mit der Landwirtschaft zu tun", meinte Offenmüller.

Auch die Anzahl der Vorführungen sollte laut Freundeskreis reduziert werden. Zudem sollten Oberreiter die Hofreitschule in allen Bereichen, bis auf die kommerziellen, leiten.
Gürtler weist Vorwürfe zurück
Elisabeth Gürtler, die Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule, bezeichnete den "selbst ernannten Freundeskreis" als "vom Dienst freigestellte Herren, deren einziges Ziel ist, einen einzigen Herren wieder in den Dienst zu bringen".

Gürtler verwies auf die wirtschaftlich gute Bilanz und bekräftigte auch die Gesundheit der Lipizzaner: "Den Pferden geht es gut, sie blühen, sie gedeihen, sie sind weder kranker als früher noch sonst irgendetwas."

Auch die "Gesellschaft der Freunde der Hofreitschule" distanziert sich vom Freundeskreis. "Da werden Dinge aufgewärmt, die völlig unnötig sind. Die Qualität wird immer besser" so Vizepräsident Richard Schmitz.
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