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MI | 11.04.2012
Steinhauer (Bild: APA/Hochmuth)
LEUTE
Erwin Steinhauer hat zum 60er viel vor
Heute feiert Schauspieler, Kabarettist und Musiker Erwin Steinhauer seinen 60. Geburtstag. Mit seinem Musikprogramm "Feier.Abend" geht er demnächst auf Tour, ab Februar steht er als Zauberkönig auf der Bühne der Josefstadt.
Wiederaufnahme von "Blackbird" am Geburtstagsabend.
Singen, "weil er keine Badewanne hat"
"Je länger der Mensch Kind bleibt, desto älter wird er. Wenn du neugierig bleibst, gewillt bist, ein Risiko einzugehen. Für mich wäre es Horror, ein Leben lang nur Kabarettist, nur Schauspieler zu sein", so Steinhauer in einem Interview mit dem "Kurier" anlässlich seines 60. Geburtstages.

Sprachs und steht sogar an seinem Geburtstagsabend in der Wiederaufnahme von David Harrowers Missbrauchsdrama "Blackbird" als Pädophiler auf der Bühne des Theaters in der Josefstadt.

Zum "Feier.Abend" laden "Steinhauer & seine Lieben" - nämlich die Musiker Georg Graf, Joe Pinkl und Peter Rosmanith - in den kommenden Wochen immer wieder - unter anderem ab 3. November in den Rabenhof. Nach dem Motto "Steinhauer hat keine Badewanne, möchte aber singen" gibt der Schauspieler seine Lieblingslieder von Randy Newmann bis Hans Moser (den er in einem Franzobel-Stück auf der Bühne schon gespielt hat) zum Besten.
Steinhauer (Bild: Nancy Horowitz)
Kabarett, Bühne und Fernsehen
Seit vielen Jahrzehnten mischt Steinhauer das Kulturleben auf. Seit der Gründung der Kabarettgruppe "Keif" 1974 (gemeinsam mit Wolfgang Teuschl und Erich Demmer) prägte er die heimische Kabarettszene mit, hat vom Burgtheater abwärts an nahezu allen wichtigen heimischen Theaterbühnen gespielt und ist unter anderem als eigenbrötlerischer Landgendarm Simon Polt zum fixen Bestandteil österreichischer Fernsehunterhaltung geworden.
Karrierestart als Kabarettist
Erwin Steinhauer wurde am 19. September 1951 in Wien geboren, wuchs am Alsergrund auf, maturierte mit 17, brach das auf Wunsch des Vaters begonnene Studium (statt Jus wurde es allerdings Lehramt für Deutsch und Geschichte) ab - und wurde Kabarettist.

Nach Engagements unter anderem am Wiener Kabarett Simpl, und am Düsseldorfer Kom(m)ödchen brachte er 1982 mit "Entlassen!" sein erstes Soloprogramm heraus, dem etliche weitere folgten. Zwischen 1992 und 2001 legte er mit der Begründung "Wenn sich bei dem Kabarett, das man macht, außer dem Bankkonto nichts bewegt, dann hat das keinen Sinn" eine Kleinkunst-Pause ein.

In den vergangenen Jahren hatte er u.a. mit dem Farkas/Grünbaum-Programm "Was lachen Sie?" mit Heinz Marecek und mit gemeinsamen Arbeiten mit Rupert Henning ("Ausrichten - Ein Lebensprinzip", "Freundschaft" u.a.) Erfolg.
Vieles auch zur "Lebensfinanzierung" gemacht
Steinhauer hat in rund 50 Hörspielen und über 100 Film- und Fernseh-Produktionen mitgewirkt. Nicht alle waren Qualitätsprodukte, wie er in seiner Biografie offen zugibt.

Steinhauer: "Schauspieler ist auch ein Beruf, der mir hilft, mein Leben zu finanzieren, meine Kinder ernährt zu haben, die mit mir in einem gemeinsamen Haushalt gewohnt haben. Auf meiner Filmliste ist Vieles darunter, das ich gemacht hab, um zu überleben. Nicht immer war ich relevant und oft nicht einmal besonders wichtig, sondern ich war einfach der, wegen dem die Leute gern lachen."

Doch mit den Verfilmungen von Alfred Komareks "Polt"-Krimis durch Julian Pölsler, als alternder Kunsträuber in Michael Kreihsls "Der Täter", in den drei "Brüder"-Filmen von Wolfgang Murnberger, aber auch in der ORF-Krimiserie "Trautmann" oder der TV-Satirereihe "Die 4 da" hat er an vielen Produktionen mitgewirkt, die Bestand haben.
Erwin Steinhauer, Wolfgang Boeck und Andreas Vitasek (Bild: BIRGIT LEHNER/HT)
Erwin Steinhauer als "alter Moser" (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer) Große Rollen von Wien bis Salzburg
Als Regisseur inszenierte er unter anderem "Muttertag" der Gruppe "Schlabarett", aber auch Mitterers "Ein Jedermann" oder Nestroys "Liebesgeschichten und Heiratssachen" in der Josefstadt.

Als Burgtheater-Ensemblemitglied (1982-88) spielte Steinhauer unter anderem "Der Herr Karl" und den Minister Flint in "Professor Bernhardi", am Volkstheater den Fortunatus Wurzel im "Bauer als Millionär", an der Volksoper und am Theater an der Wien den "Fledermaus"-Frosch, bei den Salzburger Festspielen den "Mammon" im "Jedermann", am Landestheater Niederösterreich den Bockerer und den Tartuffe.

Am Theater in der Josefstadt war er u.a. als Oskar in "Geschichten aus dem Wiener Wald", Bankier Natter in "Das weite Land", Zwirn im "Lumpazivagabundus" und in Franzobels "Moser" zu sehen.
"Glücklich gescheitert" bei Familienplanung
Steinhauers Tochter Iris (geb. 1978) und sein Sohn Matthias (geb. 1980), der als Schauspieler in die Fußstapfen des Vaters gestiegen ist, sind ebenso mit getrennten Eltern aufgewachsen wie sein Sohn Stanislaus (geb. 2000), den er mit der neuen TV-Direktorin Kathrin Zechner hat.

"Das sind für Kinder keine optimalen Verhältnisse", schreibt Steinhauer in seiner Biografie. "Familientechnisch gesehen" sei er "glücklich ... gescheitert".
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