Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Prostituierte (Bild: APA)
Callgirl-Ring
Prominenten Freiern drohen Ermittlungen
Im Vorjahr wurde in Korneuburg der Chef eines Callgirl-Rings verurteilt. Oberstaatsanwaltschaft Wien und Justizministerium gehen nun aber der Frage nach, warum teils prominente Freier unbehelligt blieben.
Minderjährige für prominente Freier
Über eine Begleitagentur waren minderjährige osteuropäische Mädchen vermittelt worden.

Als Kunden wurden ein prominenter US-Anwalt, ein Wiener Strafverteidiger, ein Mitarbeiter der Parlamentsdirektion, Botschaftsangehörige, honorige Geschäftsleute und Manager von der Polizei ermittelt.
US-Anwalt mit 17-Jähriger in Hotel
Sie blieben in dem Verfahren gegen den Chef der Agentur unbehelligt, obwohl seit August 2002 Sex gegen Entgelt mit Personen unter 18 Jahren strafbar ist.

Aus vom "Falter" veröffentlichten Abhörprotokollen geht etwa hervor, dass sich ein immer wieder in Österreich tätiger prominenter US-Anwalt in einem Wiener Hotel mit einer 17-jährigern Schülerin vergnügt haben soll.
Nicht als Zeugen befragt
Gegen den Anwalt und andere Kunden wurden keine Erhebungen betrieben. Einige wurden nicht einmal als Zeugen befragt, was klarstellen hätte können, ob sie über das tatsächliche Alter der Prostituierten Bescheid wussten.
Fünf Jahre Verjährungsfrist
Das Justizministerium und die der Korneuburger Staatsanwaltschaft vorgesetzte Oberstaatsanwaltschaft Wien forderten nun einen Bericht samt kompletter Telefonüberwachung an.

"Man muss sich das genau anschauen", so Sektionschef Roland Miklau. Sollte sich herausstellen, dass die Taten nach dem August 2002 begangen worden sind, könnten gegen die betreffenden Kunden Ermittlungen eingeleitet werden.
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