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Gericht |
09.11.2005 |
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Chronologie zum Wague-Prozess
Wer oder was ist für den Tod von Cheibani Wague verantwortlich? Um diese Frage zu klären, sagten in den vergangenen Wochen Zeugen, Gutachter, Mediziner und die Angeklagten selbst aus. Hier ein Überblick.
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Die Angeklagten im Wague-Prozess. |
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Zehn Mal "Nicht schuldig"
Zum Prozessauftakt am 19. Juli - über zwei Jahre nach dem Tod von Cheibani Wague - hieß es zehn Mal "Nicht schuldig". Dann begann die Verhandlung mit der Einvernahme der sechs Polizisten, des Notarztes und der drei Sanitäter.
Bemerkenswert dabei: Die Angeklagten beschuldigten sich gegenseitig.
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wien.ORF.at; 19.7.05
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Zusätzliches Gutachten |
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Prozess vorerst vertagt
Am dritten Prozesstag sagte der Ex-Chef von Cheibani Wague aus. Wague sei ein verlässlicher Mitarbeiter gewesen, den er ein paar Mal beim Joint-Rauchen erwischt hätte. Am 15. Juli sei Wague jedoch regelrecht ausgerastet.
Danach wurde der Prozess vertagt. Ein Gutachten eines notfallmedizinischen Sachverständigen wurde noch eingeholt, weitere Zeugen geladen und ein Vertreter des Innenministeriums sollte befragt werden.
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wien.ORF.at; 21.7.05
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Wague ist erstickt. |
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Gutachten sorgte für Aufregung
Wague ist eindeutig erstickt. Diese Schlagzeile in der Stadtzeitung "Falter" sorgte bis zur Fortsetzung des Prozesses für Aufregung. Zitiert wurde das neue medizinische Gutachten. Demnach sei die Todesursache von Wague eine "fixationsbedingte Asphyxie" gewesen.
Wörtlich sprach der Gutachter von einer "inneren Erstickung", die "durch die große Intensität und Dauer der Fixierung durch zumindest fünf Exekutivbeamte und zwei Sanitäter eingetreten" sei.
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wien.ORF.at; 2.10.05
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Polizisten sollen nur mangelhaft ausgebildet gewesen sein. |
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Fixierung Thema in Ausbildung?
Am 28. Oktober wurde der Prozess fortgesetzt. Zentrale Frage war, ob die Beamten über die Erstickungsgefahr informiert waren. Der stellvertretende Wiener Landespolizeikommandant Karl Mahrer erklärte, die Gefahren seien schon in der Grundausbildung bekannt gewesen.
Die weiteren Zeugen, darunter Ausbildner und Wachzimmerkommandanten, zeigten sich allerdings unterschiedlich informiert.
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wien.ORF.at; 28.10.05
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Auch Videofilmer sagte aus. |
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Anrainer schilderten Situation
Ebenfalls zu Wort im Prozess kamen zahlreiche Anrainer. "Er hat noch gesund ausg'schaut", sagte eine Anrainerin des Stadtparks aus. Auch jener Zeuge, der die Amtshandlung auf Video aufnahm, sagte aus. "Ich bin intuitiv auf die Idee gekommen, die Kamera zu schnappen", beschrieb ein 30-jähriger Zeuge.
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wien.ORF.at; 31.10.05
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Befragungen zu lagebedingtem Erstickungstod. |
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Erstickungstod "unbekannt"
Spannungsgeladen waren aber vor allem die letzten Prozesstage. Zuerst ging es erneut um die Ausbildung und dann um den Wissensstand der Sanitäter und des Notarztes. Der "lagebedingte Erstickungstod" dürfte bisher kein Thema gewesen sein, so das Fazit.
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wien.ORF.at; 2.11.05
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Druck durch Polizisten war kausal für den Tod Wagues, so das Gutachten. |
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Gutachter als entscheidender Faktor
Zuletzt wurden die Befragungen der Sachverständigen abgeschlossen. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob das wenige Stunden vor der Amtshandlung von Wague konsumierte Haschisch Auswirkungen auf den tödlichen Ausgang hatte. Die Gutachter verneinten das.
Belastet wurden vor allem drei Polizisten. Jene Beamten, die Wague im Bereich des Oberkörpers, der Schulter und Arme fixiert hatten - indem sie ihm etwa ein Knie in den Rücken drückten oder ihr eigenes Körpergewicht auf diesen verlagerten -, seien für den Todeseintritt kausal, hieß es.
Unverhohlene und in dieser Deutlichkeit nicht erwartete Kritik übte der Sachverständige des Innenministers an der Wiener Polizei. Einem Informationsbrief, in dem vor lagebedingtem Erstickungstod bei Fixierung in Bauchlage gewarnt wurde, sei trotz eines entsprechenden Dienstbefehls "offensichtlich wenig bis gar keine Beachtung" geschenkt worden.
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wien.ORF.at; 4.11.05
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Zwei Schuldsprüche nach zwei Jahren. |
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Notarzt und Polizist verurteilt
Nach insgesamt acht Verhandlungstagen geht das Strafverfahren in erster Instanz zu Ende. Der Notarzt und ein Polizist werden wegen fahrlässiger Tötung zu sieben Monaten bedingter Haft verurteilt.
Die anderen Angeklagten spricht Einzelrichter Gerhard Pohnert frei.
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wien.ORF.at; 9.11.05
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Amtshandlung im Stadtpark am 15. Juli 2003. |
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Tödliche Fixierung
Wague war am 15. Juli 2003 im Wiener Stadtpark ums Leben gekommen. Sechs Polizisten, drei Sanitäter und ein Notarzt mussten sich in dem Prozess wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen verantworen. Ihnen wurde vorgeworfen, den gefesselten Wague teilweise unter Einsatz ihres Körpergewichts fixiert zu haben.
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wien.ORF.at; 5.8.05
Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) in der Causa Cheibani Wague will dessen Witwe nun eine offizielle Entschuldigung der Republik Österreich.
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