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DI | 14.02.2012
(Bild: APA)
U-Häftling
Fluchthelfer gefasst
Im April ist der U-Häftling, bekannt als Ivan Ivanov, einfach aus dem Straflandesgericht spaziert. Im Oktober wurde er wieder gefasst, nun ist auch sein Fluchthelfer ausgeforscht. Er hat sich damals als falscher Anwalt ausgegeben.
Nun sitzt auch der Fluchthelfer hinter schloß und Riegel.
Bereits seit Anfang Oktober in U-Haft
Laut Staatsanwalt sitzt der Mann, der sich in der Justizanstalt Josefstadt als Rechtsbeistand des 44-jährigen Bandenchefs ausgegeben hatte, mittlerweile genau dort in U-Haft.

Der 27-jährige Kroate, der zuletzt in Deutschland gelebt hatte, befand sich unter jenen fünf Männern, die in einer Länder übergreifenden Aktion zeitgleich mit Ivan Ivanov, der eigentlich Dimitr K. heißt, festgenommen worden waren.
Zunächst gingen die Ermittler davon aus, der Mann sei lediglich ein einfaches Mitglied der Geldfälscher-Bande.
Falschen Anwaltsausweis gefunden
Doch rasch stellte sich heraus, dass den Behörden ein "dickerer Fisch" als angenommen ins Netz gegangen war: Bei den Unterlagen des 27-Jährigen fanden sich ein falscher Anwaltsausweis sowie ein ebenfalls getürktes Bestellungsdekret.

Beides hatte er der Justizwache vorgelegt, als er sich als dessen vermeintlicher Verteidiger im Halbgesperre des Landesgerichtlichen Gefangenenhauses dem Bandenchef vorführen ließ.
Fluchthelfer ist geständig.
Wegen Begünstigung vor Gericht
"Er wird sich deshalb nicht nur wegen Beteiligung an der kriminellen Organisation, sondern auch wegen Begünstigung vor Gericht verantworten müssen", sagte der Staatswnwalt Georg Krakow.

Da die Fluchthilfe praktisch "anklagereif" ist - der 27-Jährige soll dazu geständig sein -, wird der Prozeß dazu wohl vorgezogen werden. Für Begünstigung sieht das Strafgesetzbuch bis zu zwei Jahre Haft vor.
Warten auf den Häftling aus Bulgarien
Dimitr K., ein ukrainischer Staatsbürger,  soll noch im heurigen Jahr von den bulgarischen Behörden ausgeliefert werden.  Dann soll endlich der Prozeß von Statten gehen. "Ich habe eine rechtskräftige Anklage, und ich hab' dann wieder einen Häftling", so der zuständige Richter Peter Liebetreu.
Der Häftling konnte ungehindert die Sicherheitsschleusen passieren.
Den Satz "Auf Wiedersehen" geübt
Nachdem der falsche Anwalt ausgeforscht war, wurden Details der filmreifen Flucht bekannt, die im vergangenen April für Schlagzeilen gesorgt hatte. So hatte der Ukrainer, der kein Deutsch spricht, in seiner Zelle Wochen lang den Satz "Auf Wiedersehen!" einstudiert, um an der Justizwache  - ohne aufzufallen - , ins Freie zu spazieren. 

Zuvor hatte ihm sein Fluchthelfer Kleidung und ein Mobiltelefon gebracht. Die Beamten hielten den U-Häftling offenbar für einen Besucher ließen ihn die Sicherheitsschleusen passieren. "Draußen hat schon ein Auto gewartet. Er hat sich hinein gesetzt und wurde weggebracht", sagte der Staatsanwalt.

Möglicherweise war in die Sache in untergeordneter Rolle auch ein richtiger Anwalt verwickelt. Das sollen die Erhebungen zeigen.
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