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MI | 11.04.2012
Schimanko (Bild: APA)
Herzversagen
Nachtclubkönig Schimanko tot
Nachtclubkönig Heinz Werner Schimanko ist tot. Er erlag Dienstagnachmittag im Alter von 61 Jahren offenbar einem Herzversagen. Seine Clubs deckten das breite Spektrum zwischen Rotlichtmilieu und Promi-Treff ab.
Nachtclublegende Schimanko ist an einem Herzversagen gestorben.
Frau rief Rettung
Die Rettung wurde um 13.45 Uhr in eine Wohnung in Wien-Alsergrund gerufen, die Einsatzkräfte konnten aber nur noch den Tod des 61-Jährigen feststellen. Eine Obduktion soll ein genaueres Ergebnis liefern.

Verständigt wurde die Rettung von einer Frau, die mit Schimanko in der Wohnung war.
Schimanko hinterlässt insgesamt fünf Kinder - drei aus erster, zwei aus zweiter Ehe. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete er ein zweites Mal.
Schimanko-Imperium in der Innenstadt.
Der Mann mit Glatzkopf und Schnauzbart
Schimankos Markenzeichen waren der polierte Glatzkopf und der markante Schnauzbart a la Kaiser Franz Josef. Berühmt wurde er als ungekrönter Nachtclub-König in Wien.

Die "Eden Bar" war sein Zuhause, ihm gehörte der Society-Treff Reiss-Bar genauso wie das Moulin Rouge, die Eden Bar und das über hundert Jahre alte Hotel Orient am Tiefen Graben.

Begonnen hat die Karriere in der Gastronomie 1971 mit dem Erwerb eines Lokals in Schwechat um 500.000 Schilling. "Mit Schulden", wie er in einem Interview mit dem "Standard" erst im vergangenen September sagte.
Immer trainiert
Schon damals war er ein "Bär", ein gestandenes Mannsbild. Trainiert habe er immer gerne, bereits als Teenager. Anfangs mit einer Stange aus Betonarmierungen mit zwei eingegossenen Betonkübeln, später im Fitnessstudio.
Mit viel Arbeit zu viel Geld gekommen.
Geld als Karrieremotor
Aus seinem Karrieremotor machte Schimanko nie ein Hehl: "Geld." Ihm habe es "kein Papa gerichtet", er wollte nach dem Krieg und dem Leben in den Ruinen nur eines: Wohlstand.

Schuldenfrei sei er im Zuge der Erweiterung seines Lokal-Imperiums "mit 13 Jahren ohne Urlaub und 18 Stunden Arbeit täglich" geworden. Statussymbole wie ein Rolls-Royce inklusive.

1975 kaufte Schimanko die Eden Bar und erfüllte sich seinen Jugendtraum. Das erste Mal war er als 19-jähriger Bundesheersoldat in der Eden. Damals sparte er sich die Flasche Wein vom Mund ab.
Alle in der Eden willkommen
Schimanko veränderte die Philosophie teilweise: "Die Basis war zu klein. Man konnte nicht mehr nur von der Aristokratie und der Wirtschaft leben. Bei mir waren alle anständigen Leute willkommen."
"Ein zeitgemäßes Landtmann für Opernbesucher" wollte Schimanko eröffnen.
Neues Lokal für Opernbesucher
Neben verschiedenen Heurigen-Immobilien gehörten ihm zum Schluss neben der Eden auch das Hotel Orient, das Domizil und das Hotel Opernring. Das Moulin Rouge - das er 1974 erworben hatte - stieß er ab, weil "das seriös nicht mehr zu betreiben war".

Weiters gehörten ihm unter anderem das Cafe Walfisch, der Club 24, die Schloss-Bar, die Eve-Bar, das Dolce Vita und die Reiss-Bar.

Neue Pläne hatte Schimanko auch: Das gesamte Erdgeschoß seines Hotels am Opernring wollte er bis Herbst 2006 in ein 24-Stunden-Restaurant namens "Opera" umgestalten: "Ein zeitgemäßes Landtmann für Opernbesucher".
Schimanko wollte etwa Kaffeespezialitäten, Italienisches und auch Basics wie Bier und Brezel anbieten. Die verschiedenen Teilbereiche des "Opera" sollten nur durch dezente Paravents oder Vorhänge voneinander getrennt sein.
Trauer um den Nachtclubkönig.
Lugner und Schiller tief betroffen
Der Tod von Schimanko sorgte für Trauer unter den langjährigen Bekannten des Nachtclubkönigs. "Er war die Eden Bar", sagte Richard Lugner. "Die österreichische Gesellschaft verliert eine Fixgröße."

Auch Jeannine Schiller gab sich betroffen. "Er war so ein Bulle von einem Mann und so durchtrainiert", meinte die Society-Lady. Schimanko habe stets verschiedenste Charity-Projekte unterstützt.

Erschüttert vom Tod Schimankos zeigte sich auch Josef Bitzinger, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wiener Wirtschaftskammer. "Er war ein großer Unternehmer, ein Selfmade-Mann, der sich von allerkleinsten Anfängen hinaufgearbeitet hat." Er hoffe, dass Schimankos Tochter sein Lebenswerk weiterführen werde.
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