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MO | 13.02.2012
Studenten (Bild: APA)
Jetzt erst recht
Wien denkt an eigene Elite-Uni
Nach dem Zuschlag für den Standort Gugging für eine Elite-Uni will Wien ein neues Projekt ins Leben rufen. Diese Idee hat Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (SPÖ) in "Wien heute" und im "Standard" geäußert.
Rieder (Bild: APA)
Mit Zeilinger und Schuster will Rieder ein Forschungsinstitut realisieren.
Gemeinsam mit "geistigen Vätern"
Nach einer Atempause will Rieder "einen neuen Anlauf" nehmen und das Projekt neu in Bewegung bringen.

Die von Gugging abgesprungenen "geistigen Väter" des Vorhabens - Anton Zeilinger und Peter Schuster - sollen eingeladen werden, auf dem Wiener Flugfeld Aspern nun ein eigenes Postgraduate- und Forschungsinstitut zu realisieren, so Rieder.
Kombination möglich
Auch eine Kombination mit Neubauten für WU und/oder TU kann sich Rieder dort vorstellen. Die Entscheidung darüber soll im kommenden Jahr fallen.
Rieder über Gugging: "Irgendeine künstlich beatmete Klein-Uni."
Keine Konkurrenz zu Gugging
Rieder: "Wir wollen das nicht sofort tun, denn sonst wäre das Projekt gleich wieder belastet." Jedenfalls sei das nun angedachte Projekt eines Spitzeninstitutes gemeinsam mit den Elite-Uni-Initiatoren Zeilinger und Schuster "nicht als Konkurrenz zu Gugging" gedacht.

Wobei Rieder ohnehin vermutet, dass der Bund und Niederösterreich nach dem Absprung der beiden "geistigen Väter" in Gugging nur "irgendeine künstlich beatmete Klein-Uni am Leben erhalten" werden.

Die Stadt Wien wolle nun "ein internationales Forschungsinstitut in Kombination mit einem Postgraduate-Lehrgang" etablieren, so Rieder im "Standard".
Anton Zeilinger
Zeilinger gibt der Elite-Uni in Gugging keine guten Chancen, sich zu profilieren.
Zeilinger: Politik entschied Standortfrage
Unterdessen meldete sich auch der Physiker Anton Zeilinger zu Wort. Nur mit einer Rücknahme der Entscheidung für Gugging könnte man ihn nicht zur Rückkehr bewegen, so Zeilinger in den "Oberösterreichischen Nachrichten".

Man müsste neu anfangen und festlegen, unter welchen Kriterien Entscheidungen getroffen werden. Wieder einmal begründete Zeilinger in dem Interview auch seinen Rückzug vom Projekt: "Wir haben den Eindruck gewonnen, dass die Standortfrage von der Politik entschieden wurde." Und: "Wir hatten das Gefühl, dass das bei Personalentscheidungen so weitergeht."

Ohne Konsens wäre er auch bei einer Entscheidung für den Standort Wien ausgestiegen, sagte der Physiker weiter.

Zu den Erfolgschancen des Projekts befragt, meinte er: "Ich kann mir schwer vorstellen, dass das Projekt ohne Akzeptanz und Unterstützung der internationalen Scientific Community eine Chance hat, auch nur in die Nähe dessen zu kommen, was wir uns vorstellen." Den Starttermin Herbst halte er nicht für realistisch.
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