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Franz Karl |
27.02.2006 |
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Wiener Original nahm Abschied
62 Jahre alt, ÖVP-Gemeinderat außer Dienst und Ex-Vorsitzender der "Hundstrümmerl"-Kommission des Rathauses: Ein Original der Kommunalpolitik - Franz Karl - gab am Montag seine letzte Faschingspressekonferenz.
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Franz Karl geht in Pension. |
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Unnötige Rechtsvorschriften als Feindbild
Mit Franz Karl nahm eines der bekannten Originale der Wiener Kommunalpolitik Abschied von der politischen Bühne. Karl zeichnete sich vor allem durch seinen Kampf gegen unnötige Rechtsvorschriften aus.
Auf Karls Initiative wurde etwa jene noch in der Monarchie erlassene Verordnung gestrichen, die das Betreten der Böschung der Alten Donau mit einer Geldstrafe von bis zu 400 Kronen sanktionierte.
Erfolgreich war er auch in seinem Feldzug gegen die 1936 erlassene Spucknapf-Pflicht in Tanzschulen oder die Marktordnung für den Simmeringer Schlächterpferdemarkt aus dem Jahr 1924.
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Manche Dinge sind unabänderbar
Nichts ausrichten konnte er allerdings gegen jene Bestimmung, wonach ein Nussbaum in einem Wiener Garten mindestens fünf Meter von der Grundstücksgrenze entfernt gepflanzt werden muss, ein Zwetschkenbaum aber nur mit zwei Metern Abstand.
Auch dass Eier in Buschenschanken nur hart gekocht verkauft werden dürfen, ist eine Bestimmung, an der Karl nicht rütteln konnte.
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Zweckbindung der Hundesteuer wurde nie umgesetzt. |
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Ein Kämpfer gegen Hundekot
Der im Bezirk Meidling beheimatete ÖVP-Politiker schaffte 1987 den Einzug in den Gemeinderat. Wirklich bekannt wurde er allerdings erst, als er in den 90er Jahren von Bürgermeister SPÖ-Zilk die Rolle des "Hundstrümmerl-Beauftragten" und die Leitung der entsprechenden Kommission übernahm.
Im Februar 1996 legte Karl das Amt entnervt zurück. Es sei trotz größter Bemühungen nicht gelungen, "irgendetwas in dieser Sache zu bewegen", so die Begründung.
Eine von Karls Ideen war die Zweckbindung der Hundesteuer für die Reinigung der Gehsteige. Eine Forderung, die bis heute ebenso wenig umgesetzt wurde, wie der Vorschlag, "Hundekot-Sheriffs" auf nachlässige Besitzer anzusetzen.
Seinen wortgewaltigen Kampf gegen die Fäkalien gab Karl jedoch nicht auf und meinte etwa im Jahr 2001: "Wien ist die versch...enste Stadt Europas, und die politische Verantwortung dafür trägt der Bürgermeister."
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