Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Fragebogen zum Einwanderertest (Bild: APA)
Staatsbürgerschaft
Wiener Prüfungsthemen beschlossen
Die Wiener Landesregierung hat mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ die Prüfungsthemen für die künftigen Einbürgerungstests beschlossen. Zum Test müssen künftige Staatsbürgerschaftsanwärter antreten.
Künftige Wiener müssen die Geschichte der Stadt kennen und über Infrastruktur und Verkehr Bescheid wissen.
Fragen über Institutionen und Geschichte
Die Landesregierung hat in ihrer Verordnung jene Bereiche der Wiener Landeskunde festgelegt, die bei der Prüfung berücksichtigt werden sollen. Die Fragen können sich auf die politischen Institutionen und die Geschichte Wiens beziehen.

Weitere Themen sind der Hochwasserschutz, die technische Infrastruktur und der Verkehr, die Versorgung der Bevölkerung, Wien als Sitz internationaler Organisationen sowie historische Gebäude, Denkmäler, Persönlichkeiten und Ereignisse.
Beispiel: Wie heißt der 1. Bezirk?
Es soll einen Fragekatalog von 50 Fragen geben, heißt es dazu aus dem Büro von Integrationsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ). Als Beispielfragen genannt wurden: "Wie heißt der 1. Bezirk?" und "Wo hat der Wiener Bürgermeister seit 1883 seinen Amtssitz?"
Ein Drittel der Fragen wienbezogen, zwei Drittel kommen aus dem bundesweiten Fragenkatalog.
Erste Tests im Juni möglich
Pro Multiple-Choice-Test werden sechs Fragen ausgewählt. Die restlichen zwölf Fragen kommen aus dem bundesweit einheitlichen Fragenkatalog.

Der Wiener Fragenkatalog ist noch nicht zur Gänze fertig, heißt es bei der Stadt. Bis zur kommenden Woche soll jedenfalls das Skriptum für die Staatsbürgerschaftsanwärter fertig sein. Die ersten Tests könnten im Juni stattfinden.
Kritik von den Grünen
Kritik an dem Beschluss kommt von den Grünen. Wer in Wien eingebürgert werden wolle, müsse über ein absurdes Detailwissen verfügen, so die Grünen.

Man habe versucht, mit den Fragen der Lebensrealität der Menschen zu entsprechen und ihnen auch konkrete Hilfestellungen zu geben, heißt es dazu aus dem Büro Wehsely. Das ändere nichts an der generellen Kritik am neuen Staatsbürgerschaftsgesetz. Da die Länder für den Vollzug verantwortlich seien, habe man die Verordnung beschließen müssen.
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