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MI | 21.03 | 18:00
50 Jahre PEZ-Automaten. (Bild: ORF / BeLicht)
Sammelobjekt
Kult: Die PEZ-Blondine
Vom Westbahnhof in die ganze Welt: Im November 1956 wurden die ersten PEZ-Automaten in Wien aufgestellt. Heute sind die Verkaufsmaschinen und die PEZ-Figuren heiß begehrte Sammlerstücke.
Vor 50 Jahren begann der Siegeszug der PEZ-Automaten. Lieblich außen, süßlich innen
"Die PEZ-Automaten waren die ersten, die nach dem Krieg mit ihrem lieblichen Äußeren auf das süßliche Innere hingewiesen haben", erinnert sich Ferry Ebert.

Damals montierte er als 22-Jähriger die ersten PEZ-Automaten von Wien: Zuerst am Westbahnhof, dann bei den Stadtbahnstationen, schließlich in der ganzen Stadt. 1986 übernahm er die Firma, die die Automaten aufstellt.
Ferry Ebert, der König der Automaten. (Bild: ORF / BeLicht)
Zu seinem Imperium gehörten Verkaufsmaschinen für Kaugummis, Gummibären, Brieflose, Kondome, Süßigkeiten, ja sogar Märchen - und nicht zuletzt PEZ-Zuckerln.
Verkaufsschlager wegen fescher PEZ-Blondine
Die Automaten waren gleichzeitig Verkaufshelfer und Werbetafeln - nicht zuletzt dank der feschen Blondine in blauer Uniform, die bis in die 80er Jahre auf den Maschinen prangte.
Die PEZ-Blondine als Werbefigur. (Bild: ORF / BeLicht)
Ferry Ebert erinnert sich an Gerda Jahn, die Modell stand für die PEZ-Blondine: "Sie war blutjung, als sie 1956 ins alte Haas-Haus zu einem Vorstellungsgespräch gekommen ist. Und dann war ihr Konterfei auf 25.000 Automaten."

Nicht nur dort: Auch auf Werbeplakaten, Reklameplaketten, Zuckerlschachteln etc. war die immer lächelnde PEZ-Hausiererin zu sehen.
1.500 Euro für eine originale Verkaufsmaschine. Begehrtes Sammlerstück PEZ-Automat
Auf der Straße ist die PEZ-Blondine seit zehn Jahren nicht mehr zu finden. Die Automaten mit ihrem Abbild sind alle in Museen übersiedelt - oder zu privaten Sammlern. "So ein PEZ-Automat kostet 1.500 Euro, wenn Sie überhaupt noch einen kriegen" weiß Ferry Ebert.
Die PEZ-Blondine und der PEZ-Clown. (Bild: ORF / BeLicht)
Obwohl er der Eigentümer und Hersteller von vielen tausend Verkaufsmaschinen war, hat er selbst nur noch einige wenige - und die will er nicht hergeben. "Meine Enkelkinder sagen: 'Opa, verkauf nicht alles, wir werden auch mal groß.' Die haben schon erkannt, was die Automaten wert sind."
Bis zu 3.000 Dollar für PEZ-Figur
Einen beachtlichen Preis erzielen auch die PEZ-Spender. Laut Ferry Ebert werden bei einer Sammlermesse in Ohio in den USA für einzelne Figuren zwischen 2.000 und 3.000 Dollar bezahlt - und das bei einem Preis von fünf Schilling im Jahr 1956. "Unvorstellbar. Aber manche sammeln Münzen oder Briefmarken, und die sammeln eben PEZ-Dispenser", wie Ebert meint.
PEZ sei Dank, es gibt eBay
Der Sammelwut mancher PEZ-Liebhaber hat die Internet-Welt eine ihrer beliebtesten Einrichtungen zu verdanken - nämlich das Online-Auktionshaus eBay.

"Mir wurde erzählt", so Ebert, "dass eine Frau Omidyar so verrückt nach PEZ-Figuren war, dass sie ihren Mann, der Programmierer war, gebeten hat, ihr eine Tauschbörse im Internet zu schaffen. Und daraus ist dann eben eBay geworden. Und angeblich steht noch heute in jedem Büro von eBay ein alter PEZ-Automat."
Bernhard Lichtenberger, wien.ORF.at