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MI | 21.03 | 17:59
Haupt der Medusa von Peter Paul Rubens (Bild: Kunsthistorisches Museum Wien)
Ausstellung
Schaurig schöne Wesen im Museum
Mischwesen, Dämone und andere Fabelgeschöpfe bevölkern das Kunsthistorische Museum. Die Ausstellung "Schaurig schön" bringt die Geschichte alter Mythen näher und zeigt, wie modern sie heute noch sind.
Statue eines Silberkentaur (Bild: Kunsthistorisches Museum Wien)
Bedeutung der Wesen wandeln sich
"Es werden Mischwesen gezeigt, die der Menschheitsphantasie entsprungen sind", so Kuratorin Gerlinde Gruber über die "Protagonisten" der Ausstellung. Gemeint sind Drachen, Einhörner, Greife, Kentauren und Sphingen, die auf eine oft Jahrtausende alte Geschichte zurückblicken.

Diese Geschichte der mythischen Gestalten und der Bedeutungswandel, den viele im Lauf der Zeit durchgemacht haben, werden in der Ausstellung erzählt. Der antike Satyr war zum Beispiel eine heidnische Figur und wurde von den Christen als Teufel übernommen.

Das Einhorn gelangte durch einen Übersetzungsfehler in die Bibel und die Sphinx war ursprünglich ein männliches Tier, das für Macht stand. Die Griechen übernahmen es als Dekor. Bei ihnen war die Sphinx dann weiblich und negativ besetzt. Auch die Medusa, die Teil der Ausstellung ist, drückt das negativ Weibliche aus.
Harry Potter-Autorin J.K. Rowling orientierte sich an antiken Mythen. Mythen sind heute noch modern
Ausgestellt sind unter anderem Vasen aus der Antike, Rüstungsteile der Renaissance und Goldschmiedekunstwerke aus dem Mittelalter. "Wir wollen Mythen und Mischwesen aus verschiedenen Kulturen und Zeiten zeigen. Sagen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte", so Gruber.

Der Erfolg moderner Mythen wie "Harry Potter" oder "Der Herr der Ringe" zeigt, dass Legenden und Fabelwesen bis heute in sind. "Mythen stehen für Abgründe im Menschen, die man überwinden muss. Ein Held kann ja nur ein Held sein, wenn es ein Monster gibt, das er überwinden muss", begründet Gruber den Erfolg moderner Mythen.

"Bei 'Harry Potter' finde ich schön, dass sich die Autorin sehr genau an antiken Mythen orientiert hat. Es kommen ja Drachen, Kentauren und Einhörner vor. Die Ausstellung soll zeigen, dass das, was jetzt begeistert, etwas ganz Altes ist."
Der Drache tötet die Gefährten des Kadmos (Bild: KHM mit MVK)
"Der Drache tötet die Gefährten des Kadmos", Gemälde von Adriaen van der Werff nach Cornelis Cornelisz van Haarlem.
Die Objekte wurden aus mehreren Sammlungen zusammengetragen. Fabeln erklärten die Realität
Von Sagewesen wie dem Einhorn glaubten Menschen lange, dass sie real sind, da sie in der Bibel vorkamen. Mit Fabelwesen deutete man unter anderem reale Begebenheiten, die man anders nicht erklären konnte.

Neben Gemälden von Raffael, Rubens, Crespi und Moretto da Brescia sollen auch Musikinstrumente, Elfenbeinschnitzereien, das Horn eines Einhorns und altägyptische Sphingen die schaurige Geschichte von Mischwesen nachzeichnen.

Die ausgewählten Objekte stammen aus diversen Sammlungen des Kunsthistorischen Museums: aus der Ägyptisch-Orientalischen, der Kunstkammer, der Hofjagd- und Rüstkammer, der Sammlung alter Musikinstrumente oder der Gemäldegalerie. Eines haben sie allerdings gemeinsam: Sie sind schaurig schön.
Phönix aus Elfenbein (Bild: Kunsthistorisches Museum Wien)
Phönix aus Elfenbein
Radio Wien "Guten Morgen Wien",
15. Februar