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MI | 21.03 | 18:04
Markus Spiegel. (Bild: ORF)
Bei Ludwig
Gefürchteter Juror Markus Spiegel
Viel Arbeit hat Starmania-Juror Markus Spiegel hinter sich. Fast 2.500 Kandidaten wollten zu Starmania, 18 blieben über. Über das anstrengende Casting, Sternchen und Stars hat er am Sonntag mit Christian Ludwig geplaudert.
Markus Spiegel war Wochen für Starmania im Casting-Einsatz Musikmanager und Falco-Entdecker
Der Musikmanager und Falco-Entdecker Markus Spiegel war gemeinsam mit Monika Ballwein und Eberhard Forcher für die Auswahl der 18 Starmaniacs verantwortlich.

Wichtig war ihm dabei die Gesamterscheinung: "Klar ist, dass eine stimmliche Grundvoraussetzung gegeben sein muss, mit der man dann weiterarbeiten kann. Der ideale Kandidat hat für mich einen ganz eigenen Stimmcharakter, verbunden mit einem charismatischen Auftreten - kurz gesagt: Das gewisse Etwas."
Jeder der neuen 18 Kandidaten habe etwas Eigenes 2486 Kandidaten gehört
Die Vorbereitungen für die neue Starmaniastaffel sind mittlerweile abgeschlossen. Spiegel hatte viel zu tun: "Ich bin am Ende meiner Nervenkraft gewesen, 2486 Kandidaten habe ich zusammen mit meiner Jury gehört."

Er habe sich oft an die Schwerarbeiter-Regelung erinnert, diese gebühre ihm und er werde sie daher bei seiner Pension einfordern, bemerkte der Starmania-Juror lachend.
Starmania (Bild: ORF)
In allen Landesstudios war Spiegel unterwegs, hat sich die Kandidaten angehört und aus diesen wurden dann 18 für die neue Staffel ausgewählt.
Spiegel hofft, dass Christl eine langfristige Karriere gelingt. Christls Erfolg überraschte Spiegel
Christina Stürmer wurde durch die erste Starmania-Staffel zum Star. Für Spiegel war es eine Überraschung, dass sich die Christl so gut entwickelt hat.

Ihren Erfolg erklärt er sich folgendermaßen: "Hier ist die Kombination aus einem sehr guten Management, einer sehr guten Künstlerin zusammen mit einem richtigen Repertoire zum richtigen Zeitpunkt."

Er hoffe aber, dass die Christl nicht zu einem "Flämmchen der neuen deutschen Welle" werde, sondern eine langfristige Karriere aufbaue, wozu seiner Meinung nach sehr viel Selbständigkeit gehört. Dass sie ihre Texte selbst schreibt, wäre laut Spiegel der nächste Schritt.
"Tschugnall wollte kein Star sein"
Vom eigentlichen Sieger der ersten Staffel Michael Tschugnall hat man nichts mehr gehört, was Spiegel sich folgendermaßen erklärt: "Er hat zuwenig 'drive', er wollte halt nicht wirklich der Star sein und das hat man ihm auch angesehen".
Zwischen 16 und 82 Jahren waren die Kandidaten alt Die Qual der Wahl
Bei der Zusammenstellung der Kandidaten legte Spiegel mit seinen Kollegen Wert darauf, dass sie etwas darstellen, da es bei Starmania auch um Präsentation und Show gehe.

Es wurde darauf Wert gelegt, dass die Kandidaten aus verschiedenen Bundesländern kommen, bis auf das Burgenland seien alle vertreten. Aber auch altersmäßig gab es eine große Vielfalt: Bei den Castings war die jüngste Kandidatin 16, der älteste 82 Jahre alt, erzählt Spiegel.
Mehrere haben Chance etwas zu werden
Von den 18 Kandidaten haben laut Spiegel natürlich mehrere die Chance etwas zu werden: "Die Industrie schaut zu, die Industrie ist sichtlich nicht komplett dumm, sie wird entscheiden, wer dieses Markpotential hat, das hängt natürlich zum hohen Teil davon ab, wie die Österreicher abstimmen."

"Aber wie man zum Beispiel an Christl Stürmer sieht, muss der Sieg nicht zwangsläufig das kommerzielle Non plus Ultra werden."
In der neuen Staffel wird es zwei neue Songpools geben. Neuigkeiten bei Starmania
Neuigkeiten bei Starmania in dieser Staffel: "Erstens sind es zwei mal neun Kandidaten, dann werden diese neun auf jeweils sechs reduziert und mit zwölf geht es dann wirklich los. Anschließend gibt es das Friendship-Ticket bis zu den letzten fünf."

Außerdem wird es zwei neue Songpools geben: Titel vom Songcontest und Titel von TV-Serien.
"Fendrich sollte mit seiner Musik in den Schlagzeilen sein." Spiegel spricht zur "Lage der Musiknation"
Laut Spiegel war die Lage der Musiknation früher um einiges besser. Das liege für ihn zum Teil auch an den Medien, da früher die Kooperationen besser waren. Früher hätten auch Musikjournalisten Hits entdeckt, heute werde auf allen Sendern, Radio Wien ausgenommen, nur noch das Gleiche gespielt.

Zum Fall Fendrich bemerkt Spiegel, dass dieser eigentlich mit seiner Musik und nicht mit seiner Drogensucht in die Schlagzeilen kommen sollte: "Das man mit Suchtmitteln Kreativität erzwingen will und kann, ist ein Trugschluss."
Laut Spiegel werde mit Falcos Erbe nicht gut umgegangen "Falco war ein Ausnahme-Künstler"
An Falco erinnert sich Spiegel gerne zurück: "Aus der Distanz ist klar, dass das ein Ausnahme-Künstler war, der wirklich einzige dauerhafte Popkünstler, den wir haben. Er war weltweit unser Aushängeschild des Pops. Die Nachhaltigkeit Falcos ist unglaublich."

Was Falco so eigen gemacht habe, war seine unglaubliche Selbstsicherheit und sein Humor, außerdem habe er unglaublich gut mit Medien umgehen können.

Unter vier Augen sei Falco "ein unglaublich sympathischer, netter, ruhiger, sensibler Mensch gewesen, aber über die vier Augen hinausgehend war es anders." Mit Falcos Erbe werde laut Spiegel nicht gut umgegangen, dessen Wunsch, eine Stiftung zu gründen, mit der junge Musiker gefördert werden könnten, sei immer noch nicht erfüllt worden.