Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Islamischer Friedhof nach dem Brandanschlag (Bild: APA)
Ermittlungen
Brandanschlag auf islamischen Friedhof
Ein Brandanschlag ist Sonntagfrüh auf den in Bau befindlichen islamischen Friedhof in Wien-Liesing verübt worden. Verletzt wurde niemand. Es entstand Sachschaden. Der Verfassungschutz ermittelt.
Schäden an Rohbau
Das Feuer beschädigte an einem Rohbau die zum Betonieren benötigte Verschalung. Außerdem beschmierten die unbekannten Täter eine Wand mit den Worten "Das wird gesprengt". Mehrere Fenster wurden eingeschlagen.
Islamischer Friedhof nach dem Brandanschlag (Bild: APA)
"Emotionaler Schaden"
Das Bauvorhaben, das heuer fertig gestellt werden soll, verzögert sich dadurch nicht. "Aber es bedeutet einen materiellen und einen emotionalen Schaden", sagte der SPÖ-Gemeinderat und Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Omar el Rawi.
"Aufs Schärfste verurteilen"
Die Brandstiftung sei "aufs Schärfste zu verurteilen", sagte El Rawi. Der Vorfall zeige, dass man sich der Islamophobie "wirklich ernsthaft widmen soll". Er forderte, "nicht leichtfertig islamfeindliche Themen ins politische Tagesgeschäft einzubringen".

Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung leitete Ermittlungen "in Richtung Brandanschlag" ein.
Grüne: Besorgnis erregendes Zeichen
Als "Besorgnis erregendes Zeichen" verurteilte die Integrationssprecherin der Wiener Grünen Alev Korun den Brandanschlag. Es sei "ein alarmierendes Symbol, dass gegen eine religiöse Minderheit in der Stadt Gewalt angewendet wird, und ein Friedhof mit derartigen Parolen geschändet wird."
Häupl verurteilt Tat
"Aufs Schärfste" verurteilt Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) den Brandanschlag auf Islamischen Friedhof. "Ich lasse nicht zu, dass in unserer Stadt Hass gegen Bevölkerungsgruppen geschürt wird und dass Fremdenfeindlichkeit sowie Antiislamismus Platz greifen", erklärte er in einer Aussendung.

Verantwortlich für solche Taten sei "eine hetzerische Politik auch in unserer Stadt, die kein Miteinander, sondern ausschließlich ein Gegeneinander kennt", so Häupl, ohne Parteien oder Namen zu nennen.
ÖVP: Signale ernst nehmen
Es sei noch ein langer Weg von Fremdenfeindlichkeit und Hass zu einer gelungen Integration, sagte ÖVP-Landesgeschäftführer Norbert Walter. Wien brauche Taten und nicht politische Worte. Das Wahlergebnis der FPÖ unter Heinz Christian Strache bei den Gemeinderatswahlen sei kein Signal für ein Miteinander von Migranten und Bewohnern dieser Stadt, so Walter.
FPÖ: Gewalt kategorisch abzulehnen
Für die FPÖ verurteilte Generalsekretär Harald Vilimsky den Brandanschlag. Anschläge und Gewalt seien stets in aller Schärfe und in alle Richtungen kategorisch abzulehnen. Der ÖVP warf er vor, politisches Kleingeld zu wechseln, indem zwischen dem Wahlergebnis der Wiener FPÖ und dem Brandanschlag eine "Kausalität herbeizuzimmern" versucht werde.
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