Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Landesparteitag (Bild: APA)
"Heil"-Sager
Kritik von SPÖ, ÖVP und Grünen
Nach dem "Heil"-Gruß des freiheitlichen Mandatars Walter Sucher am Landesparteitag der FPÖ sprechen Politiker aus allen anderen Lagern von einem Skandal. Die FPÖ verteidigt hingegen einmal mehr den Gruß.
SPÖ: Wissen, was gemeint war
ÖVP, SPÖ und Grüne haben kein Verständnis für den "Heil"-Gruß und auch kein Verständnis für die Interpretation, wonach "Heil" ein gängiger Gruß in Tirol und Vorarlberg sei.

"Wir wissen, was im gegenständlichen Fall gemeint war", so Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) zum Gruß des Delegierten Walter Sucher, "und die dahinter stehende Geisteshaltung ist zweifelsohne zu verurteilen."

Die Aussagen von FPÖ-Chef Strache halte er aber für kritikwürdiger als das kräftige "Heil" von Sucher. "Dieser ganz offen zu Schau getragene Rassismus des Herrn Strache stört mich viel mehr als der Heil-Sager", sagte Häupl.
Vorschläge wie die Geburtenprämie für Inländer sind laut Häupl schlicht "unfassbar". Die Angriffe Strache gegen ihn selbst bezeichnete Häupl als "persönliche Beleidigungen und Lügen". Anscheinend versuche Strache, sich damit über Wasser zu halten: "Da ist schon eine gewisse Jämmerlichkeit da."
ÖVP: Erinnerung an vergangene Zeit
So etwas könne zu keiner Zeit akzeptiert werden, sagte auch ÖVP-Landeparteiobmann Johannes Hahn. Bei dem Sager habe es sich laut Hahn um einen eindeutigen Sager gehandelt, der an eine längst vergange Zeit - an den Nationalsozialismus - erinnert habe.

"So etwas ist weder zu entschulden noch zu tolerieren und das muss man auch so beim Namen nennen", sagte Hahn.
Grüne: Rechtsradikale Kontakte
Bei den Grünen haben die Aussagen der FPÖ Politiker für Kopfschütteln gesorgt. Die Grünen Chefin Maria Vassilakou empörte besonders, dass sich der Eklat genau an dem Tag ereignet hat, an dem Österreich in Mauthausen den Opfern des Nationalsozialismus gedacht hat.

Aber das sei nicht weiter verwunderlich, denn "die Kontakte der rechtsradikalen Szene zur FPÖ sind altbekannt", so Vassilakou.
FPÖ: Künstliche Aufregung
FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ortet in den Aussagen eine "mehr als künstliche Aufregung", wie er sagt. Vilimsky verwies auch auf die Grußformeln "Schi-Heil", "Petri-Heil", "Berg-Heil", "Waidmanns-Heil", "Schützen-Heil" und "Gut-Heil" bei Schifahrern, Fischern, Bergsteigern, Jägern, Schützen und Turnern. "Heil" sei eine in Tirol oder Vorarlberg geläufige Grußform.

In diesem Sinne sei auch die gestrige Wortmeldung zu verstehen gewesen. Jegliche "bösartige Verdrehung" dieser Intention sei "eine miese, parteipolitisch motivierte Vorgangsweise, um die Berichterstattung über die vielen positiven Forderungen der Wiener FPÖ in der Berichterstattung zu torpedieren", so der Generalsekretär.
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