Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Fendrich (Bild: APA)
Drogensucht
Fendrich bestätigt Kokain-Konsum
Rainhard Fendrich hat Mittwochabend einen "News"-Bericht bestätigt, wonach er jahrelang Kokain konsumierte. In Folge unterzog sich Fendrich auf Mallorca einer Entziehungskur.
Fendrich bestätigte den Drogenkonsum in einer persönlichen Presseerklärung.
Entziehungskur auf Mallorca
"Es ist richtig, dass ich seit mehreren Jahren in regelmäßigen Abständen Kokain konsumiert habe", heißt es am Beginn einer Presseerklärung Fendrichs. Dass er seine Sucht vor Familie, Lebenspartnerin und Freunden verheimlichen konnte, habe ihm das trügerische Gefühl gegeben, alles unter Kontrolle zu haben.

"Erst als ich der Polizei gegenübersaß, wurde mir klar, dass ich ohne fremde Hilfe nicht mehr aus diesem Teufelskreis herauskomme", so Fendrich weiter. Er sei froh, dass er durch die jetzige Situation den Anstoß bekommen habe, eine Entziehungskur zu machen. Zu dieser habe er sich "vier Wochen mit einem Arzt meines Vertrauens auf Mallorca zurückgezogen".
"Froh, dass es ein Ende hat"
Auch Fendrichs Anwalt, Manfred Ainedter, bestätigte den Drogenkonsum. Fendrich sei "froh, dass es ein Ende hat". Skandalös ist für Ainedter, dass der Fall an die Öffentlichkeit kam.

"Ich weiß von allen Beteiligten sowohl bei der Staatsanwaltschaft als auch bei der Polizei, dass zugesagt wurde, dass nichts an die Öffentlichkeit geht", so Ainedter. Das könne nur unter Verletzung des Strafrechts geschehen sein.
Andrea Fendrich gegenüber "Wien heute".
"Hoffe, dass er das durchzieht"
Von seinem Kokainmissbrauch habe sie nichts gewusst, sagte Fendrichs Ex-Frau Andrea Mittwochabend gegenüber "Wien heute": "Wir haben kurz telefoniert, er ist auf Entzug, was ich sehr toll finde. Ich kann nur hoffen, dass er das durchzieht und dass es ihm einfach besser geht und sich die Dinge mit der Zeit auch für ihn zum Besseren wenden."

"Ich denke mir, er hat einen Punkt erreicht, wo er Gott sei Dank selbst erkannt hat, dass das, wie er jetzt lebt, in Zukunft nicht mehr tragbar ist", so Andrea Fendrich.
Fendrich nannte Bezugsquellen, Umschlagplätze und weitere Kunden.
Konsum seit 15 Jahren
Laut "News" war Fendrich am 4. April ins Visier der Fahnder geraten, als diese Dealer observiert hatten. An diesem Tag soll es in einem Wiener Hotel zur Übergabe eines Säckchens Kokains an Fendrich gekommen sein.

Das Suchtgift sei in der Folge im Zimmer des Sängers sichergestellt worden. Fendrich habe zunächst gestanden, von seinem Lieferanten "seit rund 15 Jahren Kokain gekauft zu haben". Allerdings habe der Sänger auch betont: "Ich habe Kokain nie an andere weitergegeben", wird Fendrich in "News" aus einem polizeilichen Vernehmungsprotokoll zitiert.
Polizei bestätigt nur Festnahmen
Die Polizei hatte gegenüber der APA die Festnahme von sechs mutmaßlichen Drogenhändlern bestätigt, die vor allem in Lokalen, in denen häufig Prominenz verkehrt, Suchtgift verkauft haben sollen.

Über die Abnehmer wollte man sich seitens der Polizei aber nicht äußern.
Fendrich soll Konsumenten genannt haben.
Weitere Promis sollen betroffen sein
Des Weiteren soll Fendrich laut "News" von "Koks-Sessions" in der Werkstätte eines Wiener Promi-Schneiders berichtet haben. Auch ein in der Austro-Pop-Szene äußerst beliebtes Lokal in Wien-Alsergrund soll laut Fendrich in das Kokain-Netzwerk verstrickt sein.

Fendrich nannte laut "News" auch weitere Konsumenten, die sich auch schon im Ermittlungsakt der Polizei finden sollen. Darunter sind angeblich ein heimischer Filmproduzent, ein namhafter Regisseur, ein bekannter Journalist und ein prominenter Heurigenwirt zu finden.
Bezüglich seiner über die Jahre konsumierten Menge soll Fendrich laut "News" gemeint haben: "Ich denke, dass er (der Dealer, Anm.) sich mit dem Erlös einen Ferrari hätte kaufen können."
Ziel des Gesetzgebers ist es, zwischen Süchtigen und Händlern deutlich zu unterscheiden.
Meist Therapie statt Strafe
Drogenkonsum wird in Österreich allerdings meist mit Therapie "bestraft". Besitz von Suchtmitteln ist nach Angaben von Staatsanwalt Walter Geyer zwar grundsätzlich strafbar - Freiheitsstrafe bis sechs Monate oder Geldstrafe -, doch Ziel des Gesetzgebers ist es, zwischen Süchtigen und Händlern deutlich zu unterscheiden.

Stellt die Gesundheitsbehörde also eine Abhängigkeit fest, kann eine Entwöhnung angeordnet werden.
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