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MI | 11.04.2012
Nenning (Bild: APA)
Verstorben
Günther Nenning ist tot
Der bekannte Journalist, Autor und politische Aktivist Günther Nenning ist tot. Er starb in der Nacht des 14. Mai in seiner Wahlheimat Tirol nach schwerer Krankheit. Nenning wurde 84 Jahre alt.
Günther Nenning (Bild: APA)
Polarisierender Querdenker, grüne Galionsfigur und "Club 2"-Gastgeber.
Beisetzung "in aller Stille"
Polarisierender Querdenker, grüne Galionsfigur, launiger "Club 2"-Gastgeber und Hans Dichands "linker Verbinder" im "Krone"-Kolumnistenstab - Günther Nenning vereinte Gegensätze in sich.

Er habe bis zuletzt geschrieben, "nur im letzten Monat hat er dann kaum mehr gearbeitet", erklärte sein Sohn Leopold Nenning gegenüber der Stadtzeitung "Falter".

Nenning, der Zeit seines Lebens immer für einen Wirbel zu haben war, soll nach seinem letzten Wunsch von der Familie "in aller Stille" außerhalb von Wien beigesetzt werden.
Sprachwissenschaften und Religionswissenschaften
Studium in Graz
Nenning wurde am 23. Dezember 1921 in Wien geboren. Nach der Matura leistete er fünf Jahre Kriegsdienst in der deutschen Wehrmacht. Nach dem Krieg studierte er Sprachwissenschaften und Religionswissenschaften in Graz und erwarb zwei Doktortitel.
Journalistische Karriere
Bereits während seines Studiums begann er seine journalistische Karriere, zunächst bei der Grazer sozialistischen Tagezeitung "Neue Zeit". 1965 übernahm er die Leitung des Kulturjournals "Forum" uns wechselte nach Wien. Seit den frühen 70er Jahren schrieb er als Kolumnist unter anderem für "profil" und "Kronen Zeitung".

Jahrelang war Nenning auch Gastgeber der ORF-Diskussionssendung "Club 2".
Ausschluss im Jahr 1985
Engagement im ÖGB
Nenning engagierte sich auch in der Gewerkschaft. 1985 wurde er allerdings aus dem ÖGB ausgeschlossen, es wurde ihm vorgeworfen, er plane eine eigene Mediengewerkschaft. Hunderte Journalisten traten daraufhin aus dem ÖGB aus. 1990 wurde er rehabilitiert.

1977 gründete Nenning zusammen mit Wolf In der Maur den Österreichischen Journalisten Club (ÖJC).
Ökologisch bewegter "Auhirsch"
Politisch bezeichnete sich Nenning selbst als "Rot-Grün-Hellschwarzen". In den 70er Jahren protestierte er gegen den Vietnamkrieg und 1978 gegen das Kernkraftwerk Zwentendorf.

1984 übernahm er eine führende Rolle bei der Besetzung der Hainburger Au. Er erhielt den Beinamen "Auhirsch", weil er bei Pressekonferenzen mit einem Hirschgeweih auf dem Kopf auftrat.
Nenning (Bild: APA) Aufregung über den "Austrokoffer"
Für Aufregung sorgte Nennig erneut 2005. Er plante für das Jubiläumsjahr die Herausgabe eines Sammelwerkes mit Texten der wichtigsten österreichischen Autoren seit 1945 (vulgo "Austrokoffer"). Einige namhafte Autoren kritisierten dieses Projekt heftig. Schließlich kam es unter dem Titel "Landvermessung" heraus.
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