Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Netrebko (Bild: APA)
Berichte dementiert
Netrebko will weiterhin Staatsbürgerschaft
Die russische Operndiva Anna Netrebko will auch weiterhin österreichische Staatsbürgerin werden, sagte ein Sprecher der Sängerin. Er dementierte damit Zeitungsberichte, nach denen sie angeblich ihren Antrag zurückzog.
Die russische Staatsbürgerschaft wird sie weiterhin behalten.
"Falsch interpretiert"
Die "Neue Kronen Zeitung" hatte unter Berufung auf die "St. Petersburg Times" berichtet, Netrebko sei "wütend und frustriert", weil sie in den heimischen Medien wegen ihres Antrags als "Verräterin" bezeichnet werde.

Laut Netrebkos Sprecher wurde die Künstlerin falsch interpretiert. Die Opernsängerin hatte in dem Interview betont: "Ich bin keine Deserteurin." Sie habe die österreichische Staatsbürgerschaft beantragt, weil sie damit zeitlich unbegrenzt reisen könnte. Sie werde aber die russische Staatsbürgerschaft automatisch behalten.
"Ich bin Sängerin und habe ein internationales Publikum, ich sollte nicht länger die erniedrigenden endlosen Visa-Anträge und Wartezeiten durchmachen", sagte Netrebko in dem Interview.
Doppelte Staatsbürgerschaft sei "nur eine Hilfe".
Keine Illoyalität gegenüber Russland
Als russische Staatsbürgerin dürfe sie sich nur 180 Tage im Jahr im westlichen Ausland aufhalten. Es gebe keine Ausnahmeregelungen für international auftretende Künstler. Doppelstaatsbürgerschaften für Künstler hätten nichts mit Illoyalität zu tun, betont Netrebko: "Es ist nur eine Hilfe, um unser hektisches Leben ein bisschen weniger stressig zu machen."
Hintergrund
Während die österreichische Staatsbürgerschaft in der Regel nach zehn Jahren verliehen wird, kann es bei Sportlern und Künstlern ein "staatspolitisches Interesse" geben und die Einbürgerung über einen einstimmigen Ministerratsbeschluss dementsprechend beschleunigt werden.
Anna Netrebko als "Violetta Valery" in Verdis "La Traviata" (Bild: APA)
Große Bühnenpräsenz und schön dunkel gefärbte Stimme
Von der Met bis zur Staatsoper
Netrebko wurde am 18. September 1971 im südrussischen Krasnodar als Tochter einer Ingenieurin und eines Geologen geboren. Auf die Bühne kam die junge Anna mit sieben Jahren erstmals als Ballerina, später mit dem Chor der Pioniere.

1993 gewann die Sopranistin den Glinka-Gesangswettbewerb in Moskau und wurde 1994 Ensemblemitglied im Mariinski-Kirow-Theater. Der westlichen Opernwelt wurde sie durch ihr Aufsehen erregendes Debüt an der Oper von San Francisco 1995, einem Gastspiel des Mariinski-Theaters, bekannt.

Mit ihrer großen Bühnenpräsenz und ihrer schön dunkel gefärbten Stimme war sie für viele Operndirektoren in Europa und Amerika interessant. Sie sang an der New Yorker Met, im Londoner Covent Garden, der Washington Opera und der Wiener Staatsoper.
Durchbruch bei den Salzburger Festspielen
Anna Netrebko als Violetta in "La Traviata"
Netrebko im Vorjahr als Violetta in "La Traviata". Bereits 1998 debütierte die junge Sängerin bei den Salzburger Festspielen, der Musikbühne, die ihr zum absoluten Durchbruch verhalf.
Netrebko (Bild: APA) Auftritt mit Traumpartner Rolando Villazon
Am 4. November treten Anna Netrebko und Rolando Villazon gemeinsam in der Wiener Stadthalle auf. Das "Traviata"-Traumpaar der vergangenen Salzburger Festspiele gibt zusammen mit dem Royal Philharmonic Orchestra London "Eine italienische Nacht".
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