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MI | 11.04.2012
Karlskirche
Protest gegen Versetzung von Sisi-Skulptur
Die Bildhauerin Ulrike Truger protestiert gegen die "vertragswidrige Versetzung" ihrer Skulptur "Elisabeth" vom Platz vor der Karlskirche in den Lainzer Tiergarten zur Hermesvilla.
Streit über die "Elisabeth"-Skulptur.
Bildhauerin fordert Mitspracherecht
Beim Ankauf durch die Stadt Wien im Jahr 2001 sei eine Mindestdauer von zehn Jahren für den ursprünglichen Standort sowie ein Mitspracherecht für den Fall einer Ortsveränderung festgelegt worden, betonte Truger.

Dem widerspricht Wolfgang Kos, der Direktor des Wien Museums, zu dessen Bestand die Skulptur gehört.
Naturlandschaft "verfälscht" Arbeit
Für Truger zeigt die Positionierung der Skulptur von Kaiserin Elisabeth vor der Karlskirche ihre gesellschaftliche Position in den herrschenden Machtverhältnissen. Der urbane Kontext sei integrativer Bestandteil der Arbeit, diese werde in der Naturlandschaft des Lainzer Tiergartens "verfälscht".
Ulrike Truger bei der Arbeit an der Elisabeth-Skulptur
Vor acht Jahren fertigte die Bildhauerin die Sisi-Skulptur.
Statt ins Depot zur Hermesvilla
Im Zuge der Umgestaltung des "Kunstplatz Karlsplatz" wurde das Wien Museum seitens der Stadt mit der Suche nach einem neuen Standort für die Skulptur beauftragt.

Für Kos ist der neue Platz bei der Hermesvilla wegen der Verbindung mit "Sisis" Biografie der "bestmögliche", wie er versicherte.

Die Arbeit stehe zudem dank des Entgegenkommens der Forstverwaltung der Stadt Wien prominent an einem stark besuchten Weg. "Uns war wichtig, dass die Skulptur nicht ins Depot kommt."
Auch zwei weitere Skulpturen übersiedelt
Laut Kulturamt wurde im Zug der Karlsplatz-Umgestaltung der Beirat von Kunst im öffentlichen Raum mit einer Platzanalyse beauftragt. Dieser empfahl neben der Versetzung der "Elisabeth", deren Sockel zudem morsch gewesen sei, auch die Übersiedlung von zwei weiteren Skulpturen. Der "Pannonische Altar" von Karl Anton Wolf steht nunmehr in Fischamend, die "Brause" von Josef Hladik im "Florarium" von Hirschstetten.
Anwälte sind am Zug
Ein Mitspracherecht über den Standort habe Truger laut Rechtsauskunft beim Magistrat nicht, sagte Kos. "Das wäre auch sehr ungewöhnlich."

Truger beklagt, dass die Stadt und das Wien Museum bisher jedes Gespräch über einen für beide Seiten akzeptablen Standort verweigert hätten. Sie habe die Angelegenheit ihren Anwälten übergeben.
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