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MI | 11.04.2012
Max Edelbacher
Fall Kampusch
Ex-Ermittler Edelbacher "von den Socken"
Als Chefermittler im Fall Natascha Kampusch ist der Kriminalist Max Edelbacher vor acht Jahren im Einsatz gewesen. "Ich war total von den Socken", so seine Reaktion auf die aktuelle Nachricht von dem wiedergefundenen Mädchen.
Max Edelbacher
Glaubte an ein negatives Ende
Seit Anfang August ist Max Edelbacher in Pension. Die Entführung von Natascha Kampusch gehörte bisher zu den ungelösten Fällen seiner Laufbahn.

Er habe, durch seine lange Berufserfahrung geprägt, auch eher an ein negatives Ende in der Causa Natascha gedacht, berichtete er im Interview auf Radio Wien: "Ich war total von den Socken, dass ein Mädchen nach achteinhalb Jahren lebend wiedergefunden wurde."
Fahndung im Jahr 1998
Die Fahndungsmaßnahmen im Jahr 1998 zählten zu den größten in der Zweiten Republik. "Wir haben damals wirklich alles an die Front geworfen", so Edelbacher. Als Chef sei er natürlich in der Auslage gestanden, aber um ihn herum habe es ein enorm großes Team gegeben, das sich sehr bemüht habe.
Damals habe es keinen konkreten Verdacht gegen den Mann gegeben, so Edelbacher.
Mit dem Täter gesprochen
Die Polizei hatte damals die Information von einer Mitschülerin, dass zwei Männer Natascha in einen weißen Bus gezerrt hätten. Außerdem hatte ein Ehepaar ausgesagt, dass ein Kastenwagen Richtung Gänserndorf abgebogen wäre.

Die Zulassungsbesitzer der passenden Fahrzeuge wurden alle überprüft - also auch der Täter, so Edelbacher.

"Ich weiß, dass man zu dem Mann hingefahren ist, dass man mit ihm gesprochen hat. Man hat sein Alibi überprüft, aber es hat keinen konkreten Verdacht gegeben, sodass man hier eine Hausdurchsuchung in seinem Haus in Strasshof durchgeführt hätte." Sonst hätte man Natascha wohl gefunden, resümierte Edelbacher.
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