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MI | 11.04.2012
Millionenshow (Bild: ORF)
Heide Gondek
Wienerin knackte "Millionenshow"
Seit Montagabend ist Österreich um eine "Millionenshow"-Gewinnerin und eine 61-jährige Wienerin um eine Million Euro reicher. Sechs Stunden tägliches Quiztraining im Internet zahlten sich für Heide Gondek aus.
Millionenshow (Bild: ORF)
Heide Gondek mit Armin Assinger im Confettiregen nach der 15. Frage
Von 600 Euro zur Million
Als fünfte Österreicherin beantwortete die ehemalige Fremdenführerin Armin Assingers gefürchtete 15. Frage in der "Millionenshow". Sie wusste, dass Carter als einziger der vier US-Präsidenten Jimmy Carter, Lyndon B. Johnson, Gerald Ford und George Bush sen. nicht zuvor Vizepräsident war.

Für die chronisch kranke Frau, die zuletzt von einer Berufsunfähigkeitsrente von rund 600 Euro im Monat lebte, bedeutet das die Erfüllung ihres Traumes: "Ein Leben ohne finanzielle Existenzängste führen."

Investiert wird das Geld zunächst in eine Eigentumswohnung für die Tochter. 100.000 Euro sollen gespendet werden und 1.000 Euro pro Monat will sich Gondek selbst gönnen. Der Rest wird angelegt, denn "alt werden ist teuer", so Gondek im Interview.
Sicherheitsnetz ist größter Gewinn
Millionenshow (Bild: ORF)
"Ich wurde von furchtbaren Ängsten geplagt, etwa was tun, wenn die Therme eingeht? Diese Ängste muss ich jetzt nicht mehr haben, das ist das Schönste an dem Gewinn. Wenn ich ins Theater oder in die Oper möchte und auf Grund meiner Krankheit wieder einmal keine Luft bekomme, dann kann ich mir künftig einfach ein Taxi rufen und muss mich nicht mühsam zur Straßenbahn schleppen." Das Sicherheitsnetz sei für sie der größte Gewinn.
Millionenshow (Bild: ORF)
Sämtliche Wissensgebiete abgedeckt
Sechs Stunden Online-Training
Vier Jahre lang hatte sich Gondek auf die "Millionenshow" vorbereitet. "Stur wie ein Muli habe ich jeden Tag angerufen und mich beworben. Mir war bewusst, dass das die einzige Art und Weise für mich war, um zu Geld zu kommen", so die Theaterwissenschaftlerin, die auch die Fächer Europäische Ethnologie und Philosophie mit dem Doktorat beendet hat.

Beim dritten Rückruf war es dann so weit, die Einladung zur "Millionenshow" in Köln kam. Es folgte tägliches Training im Internet: "Seit ich wusste, dass ich zur Show komme, habe ich bis zu sechs Stunden pro Tag online Quizfragen aus sämtlichen Wissensgebieten gelöst", so Gondek.
Existenzängste nach Operationen
Bis zu einem Oberschenkelhalsbruch im Jahr 1995 arbeitete die allein erziehende Mutter als Reiseleiterin und Fremdenführerin in Wien. Es folgten Operationen und langwierige Komplikationen mit der eingesetzten Prothese sowie eine schwere chronische Lungenerkrankung.

Existenzängste und Depressionen waren seither Gondeks ständige Begleiter, denn "an Arbeit war nicht mehr zu denken".
Millionenshow (Bild: ORF)
Mutter und Tochter konnten Gewinn nicht glauben.
Telefon-Joker erst bei letzter Frage
Die Sturheit machte sich bezahlt. Die Fragen fielen ihr nicht schwer - bis zur letzten Frage konnte Gondek sogar ihren Telefon-Joker behalten. "Während der Show war ich überhaupt nicht aufgeregt. Es ist ja gut gerannt." Bammel hatte sie einzig vor den "Trivialfragen zwischen 1.000 und 5.000 Euro und vor den Bereichen Sport und Pop, aber selbst das lief gut".

Die Aufregung und Fassungslosigkeit folgten erst nach der letzten Antwort. "Als ich da so saß, im Confettiregen und Feuerwerk, war ich vollkommen 'stunned' (überwältigt, Anm.), als hätte mir jemand einen Hammer auf den Kopf geschlagen."

Auch ihre Tochter (Jahrgang 1980), die sie zur Show begleitet hatte, konnte das Geschehene nicht fassen. "Sie war noch nie so panisch und aufgeregt wie dort in Köln", erzählte die Alleinerzieherin nachher.
Millionenshow (Bild: ORF)
"Glauben werde ich es erst, wenn die Million auf meinem Konto ist", so Gondek.
Nach Gewinn zuerst tagelang geschlafen
Wie ging es weiter? "Wir sind ins Hotel gefahren, haben auf die anderen Teilnehmer gewartet und erst einmal alle zu einem Glas Sekt eingeladen." Zurück in Wien brauchte die 61-Jährige zunächst einmal Ruhe.

"Ich habe tagelang geschlafen. Offensichtlich war ich weit mehr aufgeregt, als ich angenommen hatte." Und was kommt jetzt? "Erst einmal muss ich das alles realisieren. Die Ausstrahlung der Sendung wird mir dabei sicher helfen. Aber glauben werde ich es erst, wenn die Million auf meinem Konto ist", so Gondek überglücklich.
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