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MI | 11.04.2012
Arzt und Schwester bei Krankenbett (Bild: APA)
Rechnungshof
Hohe Kosten im Sanatorium Hera
Die hohen Kosten des Wiener Sanatoriums Hera bemängelt der Rechnungshof (RH). Die Grünen sprechen von einer "Geldverschwendung erster Klasse", die Stadt will eine Um- und Reorganisation prüfen.
Schlechte Auslastung
In dem RH-Bericht zum Jahr 2004 ist von geringer Auslastung und hohen Personalkosten die Rede. Das Privatspital für die Mitarbeiter der Stadt hatte in dem Jahr eine Durchschnittsauslastung von 64,3 Prozent.

Das liege 20 Prozent unter der Normauslastung bei öffentlichen Krankenhäusern.
Hohe Personalkosten
Die Gesamtkosten beliefen sich 2004 demnach auf 33,70 Millionen Euro. Der Anteil der Personalkosten von 78 Prozent liege weit über dem Österreichschnitt von rund 60 Prozent.

Die Personalausstattung übertraf laut RH die vergleichbaren Durchschnittwerte anderer Wiener Spitäler deutlich. Es gab 45 Prozent mehr Pflege- und Betriebspersonal und sogar 122 Prozent mehr Verwaltungspersonal.
Stadt prüft Um- und Reorganisation
Aus dem Büro der zuständigen Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) hieß es etwa zur Empfehlung des Rechnungshofes, sich im Sanatorium Hera aus der stationären Versorgung zurückzuziehen, dass man schon seit einiger Zeit alle Möglichkeiten zur Um- und Reorganisation prüfe und bereits Maßnahmen eingeleitet worden seien. So wäre etwa eine engere Zusammenarbeit mit dem KAV denkbar.

Außerdem wird auf eine Umfrage unter den Gemeindebediensteten hingewiesen, wonach 87 Prozent für ein eigenes Krankenhaus seien.
Kooperation mit KAV
Das Sanatorium Hera wird von der Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien (KFA) betrieben.

Grünen-Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz, Mitglied des KFA-Vorstandes, sprach von einer "Geldverschwendung erster Klasse". Das Sanatorium solle eine Kooperation mit dem Krankenanstaltenverbund (KAV) eingehen.
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