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MI | 11.04.2012
Daguerreotypie vom Hofburgtheater (Bild: APA)
Ausstellung
Albertina zeigt Pioniere der Daguerreotypie
Heute ist das Foto mit der Digitalkamera alltäglich. Begonnen hat die Fotografie mit den so genannten Daguerreotypien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Den Pionieren dieser Kunst widmet die Albertina eine Ausstellung.
80 Daguerreotypien aus 1839 bis 1850 sind zu sehen.
"Lichtbilder"-Fieber in Europa
Die Ausstellung in der Albertina zeigt, wie rasch sich Ende der 30er Jahre des 19. Jahrhunderts das über ganz Europa ausbreitende "Lichtbilder"-Fieber auch in Wien niederschlug. Gezeigt werden rund 80 Daguerreotypien aus 1839 bis ca. 1850.
Großes Interesse Metternichs
Anfang Jänner 1839 war die neue Technik der Daguerreotypie in Paris erstmals publiziert worden. Durch die chemische Fixierung von mittels einer Camera Obscura gewonnenen Schattenbildern war der letzte wichtige Schritt zur Geburt der Fotografie getan.

Bereits am 22. Jänner 1839 fand sich die erste Meldung darüber in der "Wiener Zeitung", wenige Tage später wies Staatskanzler Metternich seinen Pariser Botschafter an, alle verfügbaren Informationen darüber zusammenzutragen.
Ein Stillleben für Metternich mit einer Widmung von Daguerre.
Älteste fotografische Ansicht Wiens
Anfang Juli 1839 schickte Daguerre zwei Aufnahmen nach Wien. Eine davon, ein von Daguerre handschriftlich Metternich gewidmetes Stillleben mit Statuen und einem Vorhang, ist in der Ausstellung zu sehen.

Weiters sind die älteste fotografische Ansicht Wiens (sie zeigt das Hofburgtheater) sowie die älteste erhaltene Mikrodaguerreotypie der Welt ausgestellt. Beide Aufnahmen hat der Physiker Andreas von Ettingshausen gemacht, der wurde von Daguerre persönlich in Paris unterwiesen.
Objekte sind sehr empfindlich
Daguerreotypien selten ausgestellt
Da es sich bei Daguerreotypie um Ablichtungen auf Silberplatten bzw. versilberten Kupferplatten handelt, sind die gezeigten Objekte Unikate. Ihre hohe konservatorische Empfindlichkeit und die schwer in den Griff zu bekommenden Spiegeleffekte der Platten haben dazu geführt, dass Daguerreotypien nur selten öffentlich ausgestellt werden.

Mit rund 450 Daguerreotypien verfügt die Albertina über einen der größten derartigen Bestände.
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