Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Flakturm im Augarten (Bild: APA)
Flakturm
Zwei Plattformen werden abgetragen
Der Flakturm im Wiener Augarten "verliert" zwei "Ohrwascheln". Was so dramatisch klingt, ist leicht erklärt: Die Plattformen haben sich gelockert und werden nun mittels Kran abgetragen.
Der Flakturm wurde bereits mit Stahlseilen umwickelt um weitere Verschiebungen zu verhindern.
Heikle Arbeiten am maroden Turm
Im vergangenen Mai hatte eine Schutt-Verschiebung im Inneren des Baus Teile der Fassade nach außen gedrückt. Seither ist der Turm großräumig abgesperrt und wurde mit 22 Stahlseilen umwickelt. Diese halten jeweils 60 Tonnen und sollen eine weitere Verschiebungen der Bausubstanz verhindern.

Koordiniert werden die 2,5 Mio. Euro schweren Arbeiten vom Geschäftsführer der zuständigen Baufirma Prajo, Zeljko Vocinkic. Der gebürtige Kroate lässt sich auch durch einen maroden Flakturm nicht aus der Ruhe bringen. "Was ist schon spektakulär?", zeigte er sich gelassen.

Umgebung bleibt gesperrt
Nach dem Abtragen der Plattformen und dem Öffnen der Turmdecke müssen mehrere 100 Tonnen Material aus dem Gebäude geborgen werden. Die um den Flakturm führenden Wege und die angrenzende Jahnwiese bleiben deshalb weiter gesperrt.
Augarten-Flakturm in schlechtem Zustand
Im Unterschied zum Exemplar im Augarten gelten die übrigen fünf Wiener Flaktürme aus den Kriegsjahren 1943/44 als stabiler.

Der jetzt sanierungsbedürftige Nordteil des Augarten-Turmes wurde durch eine große Explosion nach dem Krieg arg in Mitleidenschaft gezogen. Damals, 1946, haben Kinder mit der dort gelagerten Munition gespielt, die explodierte. Die Südseite des Turmes blieb hingegen unversehrt.
Datenspeicher: Ja oder Nein?
Trotz der Baufälligkeit des Gebäudes hält die Investorengruppe DCV an der Idee fest, den Flakturm zu einem Hochsicherheitsdatenspeicher umzubauen, was bisher von der Stadt Wien wegen projektierter Aufbauten abgelehnt wird.

"Es wird verhandelt", bekräftigt man bei DCV, auch wenn es keinen fixen Zeitplan für die Gespräche gebe. Die Bauprobleme beim Turm würden für das Vorhaben keinerlei Problem darstellen. Die Kosten für eine Adaptierung seien in jedem Falle enorm, da mache die Baufälligkeit keinen Unterschied.
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