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MI | 11.04.2012
Ernst Hinterberger (Bild: APA)
Geburtstag
Ernst Hinterberger wird 75
"Ein echter Wiener geht nicht unter", "Kaisermühlen Blues" und "Trautmann" - der Autor der kultigen TV-Serien, Ernst Hinterberger, feiert am 17. Oktober seinen 75. Geburtstag.
Seine Geschichten dem eigenen Leben abgeschaut.
Hinterberger beschrieb den echten "Weana"
Er hat in den letzten Jahrzehnten gleich mehrfach Fernsehgeschichte geschrieben. Keiner hat vor ihm so authentisch den echten "Weana" beschrieben. Ernst Hinterberger hat als Spross einer ärmlichen sozialdemokratischen Arbeiterfamilie seine Geschichten dem eigenen Leben abgeschaut.
Später Weg zur Literatur
Hinterberger wurde am 17. Oktober 1931 als Sohn eines arbeitslosen Schriftsetzers in Wien geboren. Der Vater starb, als Ernst sieben Jahre alt war. Zur Literatur fand Hinterberger über den im Nationalsozialismus verfemten bayrischen Autor Oskar Maria Graf - wie er ein Sohn der Arbeiterklasse -, ohne zunächst selbst zu schreiben.
Wegen einer Sehschwäche musste er den Polizeidienst verlassen und arbeitete als Hilfsarbeiter.
Neue Hoffnung aus dem Buddhismus
Hinterberger absolvierte eine Lehre als Elektroinstallateur und ging dann zur Polizei. Eine Sehschwäche zwang ihn, den Dienst zu quittieren, er arbeitete dann als Hilfsarbeiter. Dieser Rückschlag führte ihn zur Beschäftigung mit fernöstlichen Lehren wie dem Taoismus und dem Buddhismus.

Er wurde praktizierender Buddhist und schrieb Gedichte in chinesischem Stil, die in Japan veröffentlicht wurden, auf Deutsch sind sie nie erschienen.
Karrierestart Mitte der 60er Jahre
1965 und 1966 erschienen seine Romane "Beweisaufnahme" und "Salz der Erde". Es folgten Hörspiele, die 1971 mit dem Förderungspreis der Stadt Wien ausgezeichnet wurden, sowie der mit dem Anton-Wildgans-Preis prämierte Erzählband "Wer fragt nach uns".
"Ein echter Wiener geht nicht unter", "Kaisermühlen Blues" und "Trautmann"
Fernsehgeschichte seit 1975
Basierend auf "Salz der Erde" kam sein Edmund "Mundl" Sackbauer (dargestellt von Karl Merkatz), (Anti-)Held der Fernsehserie "Ein echter Wiener geht nicht unter", ab 1975 zu TV-Ehren. Der "Mundl" wurde zum Inbegriff des grantelnden Wiener Gemeindebaubewohners.

In den 90er Jahren gelang Hinterberger mit dem "Kaisermühlen Blues" ein zweiter großer Wurf. Aus der Serie heraus bekam der Kriminalbeamte Trautmann eine eigene Serie, die ebenfalls sehr erfolgreich war.
Zahlreiche Kriminalromane
Neben zahlreichen Fernsehspielen und "Tatort"-Krimis blieb Hinterberger aber stets auch als Buchautor tätig. Nach dem Roman "Das Abbruchhaus" (1977) wechselte er mit "Jogging", "Das fehlende W", "Und über uns die Heldenahnen", "Kleine Blumen", "Zahltag" und "Die dunkle Seite" ins Fach des Kriminalromans.
Hinterberger lebt als freier Autor in Wien
Neun Monate nach dem überraschenden Tod seiner Frau Gerti veröffentlichte Hinterberger im Jahr 2002 seine Lebenserinnerungen. In "Ein Abschied" gesteht der müde gewordene Autor, dass er resigniert habe und "im Großen und Ganzen mit der Welt nichts mehr zu tun haben will".

Heute lebt Hinterberger als Pensionist und freier Autor in Wien.
Hinterberger-Nacht in ORF2
Der ORF würdigt den Jubilar mit einer Hinterberger-Nacht. Am 15. Oktober ab 23.05 in ORF2 ist unter anderem die Auftaktfolge von "Ein echter Wiener geht nicht unter" zu sehen. Auch die erste Folge des "Kaisermühlen Blues" wird gezeigt.
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