Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Falco (Bild: APA)
Straflandesgericht
Streit um Falcos Erbe entflammt
Um das Erbe des Kult-Austropoppers Falco ist ein giftiger Streit entflammt, der inzwischen das Wiener Straflandesgericht beschäftigt. Der Sachwalter der Mutter Falcos beanstandet Abhebungen von ihrem Konto in Millionenhöhe.
Falcos Mutter, Maria Hölzel (Archivbild: APA)
Archivbild von Falcos Mutter, Maria Hölzel.
"Nicht nachvollziehbar, wohin das Geld floss"
Insgesamt gehe es um 1,3 Millionen Euro, die der Duty-Free-König Ronnie Seunig seit 2000 "ohne nachweisbaren Verwendungszweck" abgehoben habe, sagte Wilfried Köhler, der Sachwalter von Maria Hölzel, Falcos Mutter.

Von Diebstahl spreche er nicht, betonte Köhler, "bei vielen Beträgen ist aber nicht nachvollziehbar, wofür das Geld verwendet wurde". Einer Aufforderung zur Rechnungslegung sei Seunig nicht nachgekommen.
Der Wiener Notar Köhler wurde im Mai 2005 als Sachwalter der von zwei Schlaganfällen schwer gezeichneten 80-jährigen "Falco"-Mutter bestellt.
Falcos Mutter ist in keinem guten Zustand.
Nach Schlaganfällen auf Hilfe angewiesen
Hölzel könne zwar auf Fragen mit "Ja oder Nein" antworten, laut drei Gutachten aber nicht mehr "eins und eins zusammenzählen oder ihre Kontoauszüge lesen", so Köhler. Seine Aufgabe sei es, den derzeit hohen Pflegeaufwand für seine Klientin sicherzustellen.

Monatlich benötige sie rund 10.300 Euro, die für die Kosten des Heimes und wöchentliche Ausflüge ans Grab des 1998 verstorbenen Austro-Poppers verwendet werden.
Ronnie Seunig (Bild: APA)
Ronnie Seunig (Bild) erhob nun Klage gegen den Sachwalter.
Seunig verteidigt die Abhebungen
Ronnie Seunig reagierte folgendermaßen auf die Anschuldigungen: Köhler sei über den Verwendungszweck der Gelder sehr wohl informiert worden, und habe nur das Ziel, die von Seunig ins Leben gerufene Stiftung für Falcos Mutter aufzulösen.

Mit den abgebuchten 1,3 Millionen Euro habe er einen Bankkredit, mit dem die Villa des Austropoppers in Gars am Kamp belastet gewesen sei, zurückgezahlt, erläuterte Seunig. Weiters habe er ein Privatdarlehen an Falco vergeben, das er sich "zinsenfrei" zurückgeholt habe. Auch seien Falcos Begräbniskosten und der Pflegeaufwand für Maria Hölzel beträchtlich gewesen.

Seunig brachte gegen den Sachwalter Köhler nun selbst Klage ein.
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