Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
zerbrochene Fensterscheibe
Vandalismus
Ermittlungen laufen weiter
Nach dem Vandalenakt in der jüdischen Schule Lauder Chabad in Wien-Leopoldstadt gehen die Ermittlungen weiter. Ein Mittäter wird derzeit noch nicht ausgeschlossen. Der Verdächtige sitzt unterdessen in U-Haft.
Verdächtige gab sich bisher bei Einvernahmen laut Polizei zurückhaltend.
Bereits einmal aus Israel ausgewiesen?
Viele Fragen sind noch offen. Der 24-jährige Kroate, der in der Nacht auf Sonntag offenbar aus antisemitischen Motiven die jüdische Schule verwüstete, machte bisher laut den Ermittlern erst wenige Angaben.

Zweieinhalb Stunden Einvernahmen hätten lediglich zwei Seiten Protokoll ergeben, so Andreas Krajcsy vom Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LTV).

Am Montag gab der Verdächtige gegenüber dem LVT nur an, "dass er Juden nicht möge". Eigenen Angaben zufolge ist er zudem bereits einmal aus Israel ausgewiesen worden. In seiner Heimat ist er aber laut Polizei unter Berufung auf kroatische Behörden nicht einschlägig polizeibekannt.
Bisher keine Hinweise auf Mittäter
Das LVT untersucht nun weiter, ob der Mann bei seinem Vandalenzug durch die Schule Mittäter hatte. "Bisher haben wir keinen Hinweis dafür gefunden", sagte Krajcsy. Gesucht werden auch noch persönliche Dokumente des Kroaten. Er selbst behauptet, Ausweise und sein Geld verloren zu haben.
Verdächtiger offenbar aus Kroatien
Bei dem Mann handelt es sich laut LTV um einen 1982 geborenen Kroaten aus Zagreb, der vor einer Woche als Tourist nach Wien gekommen ist. Fingerabdrücke und Fotos des Mannes wurden nach Zagreb geschickt, um die Identität sicher zu stellen.

Für die Tat dürfte es offenbar keinen nationalsozialistischen Hintergrund geben. Der Verdächtige zeige aber auch keine Reue. Der Mann wurde auf jeden Fall wegen schwerer Sachbeschädigung angezeigt.
Die kroatische Botschaft in Wien verurteilte den "kriminellen Akt", der sich "gegen die jüdische Gemeinde Österreichs" richte.
Lauder Chabad-Schule
Zu einem Vandalenakt gegen eine jüdische Schule kam es in der Leopoldstadt.
Zerschlug Glas und Fensterscheiben
Glasscherben auf den Schulgängen, dutzende eingeschlagene Fenster, verwüstete Sanitärräume: Ein Bild der Zerstörung bot die der Lauder-Chabad-Schule im Augarten nach dem Vandalenakt in der Nacht auf Sonntag. Die Gänge im dreistöckigen Gebäude waren von Glassplittern der zertrümmerten Scheiben übersät. Nur wenige der Fenster, Türen und Vitrinen waren heil geblieben.

Kultusgemeinde-Präsident Ariel Muzicant:"Nach den Terroranschlägen von 1981 und 1985 ist es in dieser Dimenson das erste Mal, das etwas derartiges Furchtbares passiert."

Der Schaden lässt sich laut Muzicant noch nicht beziffern.
Verwüstung im Inneren
Der mutmaßliche Täter soll laut Polizei kurz nach 2.30 Uhr in die am Wochenende unbewachte Schule eingedrungen sein. Mit einer Eisenstange machte er sich an das Zerstörungswerk.
Fensterscheibe geborsten
Polizist vor der Schule Laut Schulleiter als Adolf Hitler vorgestellt
Anrainer alarmierten die Exekutive wegen Lärmerregung. Die Beamten nahmen den Mann fest. Namentlich habe er er sich bei den Kriminalisten selbst als Adolf Hitler vorgestellt, sagte Jacob Biderman, Vorstand der Schulleitung. Die Polizei bestätigte das allerdings nicht.

Ein etwaiger nationalsozialistischer Hintergrund ist laut Polizei weiter unklar. Bei der Festnahme habe der Mann keinerlei Fluchttendenzen oder Widerstand gezeigt. Nun soll sein psychischer Zustand untersucht werden.
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