Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Islamischer Friedhof geschändet (Bild: APA)
Vandalenakt
Islamischer Friedhof geschändet
Der islamische Friedhof in Wien-Liesing ist geschändet worden. Unbekannte haben die Friedhofsmauern beschmiert. In den Reaktionen ist von alarmierenden Zeichen und Intoleranz die Rede.
Intoleranz und gezielte Provokation
23 schwarze Kreuze auf Friedhofsmauern
"Das ist eine gezielte Provokation", sagte Omar Al-Rawi, Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IG) gegenüber der APA.

Bereits vor eineinhalb Monaten wurden, wie erst jetzt bekannt wurde, 23 schwarze Kreuze innen auf das Mauerwerk der Friedhofs-Umzäunung geschmiert.
"Alarmierendes Zeichen"
Die Friedhofs-Schändung in Liesing "ist scharf zu verurteilen und zeigt erneut, wie wichtig die Sensibilisierung des Integrationsthemas und der religiöse Dialog sind", betont die Integrationssprecherin der ÖVP Wien, Sirvan Ekici.

Für die Grüne Menschenrechtssprecherin Alev Korun bedeutet die Friedhofs-Schändung ein alarmierendes Zeichen für Intoleranz gegenüber religiösen Minderheiten.

Auch die israelitische Kultusgemeinde (IKG) verurteilt die Schandtaten. Die IKG sieht Gefahr, dass wie in anderen Ländern Europas nach "Gewalt durch Worte und Gewalt gegen Sachen auch Gewalt gegen Menschen" folgen könne.
Lange Verhandlungen vor Baubeginn
Der islamische Friedhof soll im Sommer 2007 fertig gestellt werden. Fast 20 Jahre haben sich die Gespräche zwischen IG und Stadt Wien gezogen. Die Präsentation der Baupläne im Jahr 2001 war jedoch sehr erfolgversprechend.
Zahl 23 könnte für 23. Bezirk stehen
Die dicken schwarzen Kreuze wurden "wie mit einer Walze" zwischen den Säulen aufgemalt, berichtete Al-Rawi. Als professionell wurde die Schändung eingestuft, darauf deuten die Art und Weise der Beschmierungen hin.

Dass die Zahl 23 gewählt wurde, könne auf den 23. Bezirk, Liesing, hindeuten.
Projektleiter wusste Bescheid
Der Projektleider des islamischen Friedhofs soll bereits seit eineinhalb Monaten über den Vandalenakt Bescheid gewusst haben, habe jedoch den Vorfall nicht kommuniziert, so Al-Rawi.
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