Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Bild: Vindobona.at
Kabarettbühne
Aus für Vindobona?
Das Vindobona will im Dezember den Spielbetrieb einstellen. Die finanziellen Probleme waren laut Betreiber im Zuge der Sanierung entstanden. Laut Rathaus ist allerdings das Angebot für eine gemeinsame Lösung weiter aufrecht.
Vindobona sperrt noch vor Weihnachten zu.
Streit über Angebot zur Finanzierung
Die letzte Vorstellung werde kurz vor Weihnachten - am 22. Dezember - mit dem Programm "PAARanoia" von Gerold Rudle und Monica Weinzettl stattfinden, so Geschäftsführer Wolfgang Gratzl gegenüber der APA.

Laut Gratzl brachten die Gespräche mit der Stadt Wien über eine Rettung der Bühne kein Ergebnis. Ein Angebot zur Finanzierung habe es nicht gegeben.

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) sieht das anders: Die Stadt habe sehr wohl ihre Hilfe angeboten. Wenn das Angebot für eine gemeinsame Lösung nicht angenommen werde, dann sei das bedauerlich. "Aber wir werden schauen, dass wir schnellstmöglich einen Neustart hinbekommen", so Mailath-Pokorny.
Konkurs noch im Dezember
Dieser Neustart ist - so wie es derzeit aussieht - nur nach einem Konkurs möglich. Diesen will Vindobona-Geschäftsführer Gratzl möglicherweise schon nach dem 22. Dezember anmelden.
Verzögerungen hätten zusätzliche Kosten gebracht.
Baustelle ohne Bauarbeiter
Gratzl hatte das Haus am Wallensteinplatz 1998 übernommen. Nach 20 Jahren Theaterbetrieb war das Vindobona zuletzt so desolat, dass eine Sanierung notwendig wurde. Diese startete 2005. Als provisorische Spielstätte fungierte im Herbst 2005 das "Lustspielhaus". Im Frühjahr 2006 wurde schließlich zumindest der große Saal wieder eröffnet.

Doch Fakt ist: Das Vindobona ist derzeit eine Baustelle - auf der laut Gratzl die Bauarbeiter fehlen. Die Firmen seien nämlich bereits abgezogen. Fertig gestellt ist nur der große Saal, den geplanten kleinen Saal sowie den Gastronomiebereich gibt es noch nicht.

Laut Gratzl hätte der Umbau ursprünglich rund zwei Millionen Euro kosten sollen. Durch Verzögerungen in den vergangenen Monaten seien die Kosten aber gestiegen.
Abschied per Newsletter
Im aktuellen Vindobona-Newsletter verabschiedete sich Gratzl bereits vom Publikum: "Wir danken unserem Publikum für die Tausenden großartigen Vorstellungen in den vergangenen 20 Jahren und wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß und gute Unterhaltung in den Wiener Kabarettbühnen."
Kritik der ÖVP
Kritik an der Stadt übte der Kultursprecher der ÖVP, Franz Ferdinand Wolf: "Das Zögern und Zaudern von SPÖ-Kulturstadtrat Mailath-Pokorny fordert ein weiteres Opfer", so Wolf in einer Aussendung. Das Kulturamt habe die "dringend notwendigen Mittel" nicht bereitgestellt.
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