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MI | 11.04.2012
Wasserweihe (Bild: APA)
Orthodoxe Kirche
Erste Wasserweihe in Wien
Am 6. Jänner feiert die orthodoxe Kirche das Fest der Epiphanie, die Erscheinung des Herrn. Am Donaukanal fand aus diesem Anlass Samstagnachmittag die erste feierliche Wasserweihe in Wien statt.
Wasserweihe (Bild: APA) Zeremonie mit Flusssegen am Donaukanal
Erzbischof Michael Staikos nahm die Große Wasserweihe am Donaukanal bei der Schwedenbrücke vor.

Unter der goldenen Fahne des Phanar mit dem schwarzen byzantinischen Doppeladler tauchte der Metropolit an der Anlegestelle des "Twin City Liners" drei Mal das an einem weiß-blauen Band befestigte Kreuz ins Donauwasser und rief den Segen des Allmächtigen auf die Stadt und das Land herab.
Die Wasserweihe erinnert an die symbolische Weihe der Natur.
Gruß an "alle Menschen guten Willens"
Es sei das erste Mal in der dreihundertjährigen Geschichte der Orthodoxen in Wien, dass eine liturgische Feier außerhalb des Gotteshauses stattfinde, sagte Staikos, der Österreich seinen Dank aussprach.

Er richtete auch einen Gruß an die anderen christlichen Kirchen und an alle Menschen guten Willens, unabhängig ihrer Nationalität, Sprache und Religion. Staikos verwies auf den mit Jahresbeginn wirksam gewordenen Beitritt der überwiegend orthodoxen Länder Rumänien und Bulgarien zur EU, der "eine echte kulturelle Bereicherung für das neue Europa" bedeute.,
Die Wasserweihe wird üblicherweise an Flüssen oder am Meer abgehalten. In Wien hat sich die orthodoxe Kirche für den Donaukanal entschieden.
Eindrucksvolle Zeremonie
Die Große Wasserweihe gehört zu den eindrucksvollsten Feiern der orthodoxen Kirche. Erstmals in der fast 300-jährigen Geschichte der Orthodoxie in Wien fand diese Weihe auch in Wien statt.

Metropolit und Erzbischof Michael Staikos feierte zuvor in der orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale am Fleischmarkt die Liturgie.
"Metropolis von Austria"
Die 1963 vom Ökumenischen Patriarchen Athenagoras I. errichtete "Metropolis von Austria" und Exarchie für Mitteleuropa erhielt durch das 1967 erlassene Bundesgesetz über äußere Rechtsverhältnisse der orthodoxen Kirche in Österreich die Stellung einer Körperschaft öffentlichen Rechts.

Mit diesem Gesetz wurde die kirchliche Jurisdiktionsgewalt des Ökumenischen Patriarchats anerkannt und erstmals von dem alten staatskirchenrechtlichen Prinzip abgegangen, nach dem mit Ausnahme der katholischen Kirche kein oberster Jurisdiktionsträger seinen Sitz außerhalb Österreichs haben darf.
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