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MI | 11.04.2012
Fiona Grasser-Swarovski-
Fiona Swarovski
Empörung über Klage gegen Florian Scheuba
Der Anwalt des Kabarettisten Florian Scheuba hat mit scharfen Worten auf die Klage reagiert, die Fiona Grasser-Swarovski wegen übler Nachrede gegen den Künstler eingebracht hat.
25 Jahre "Die Hektiker" (Bild: Sabine Klimpt)
Florian Scheuba, links im Bild.
Anwalt spricht von Freiheit der Kunst
"Für meinen Mandanten ist es sehr bedauerlich, wegen eines Witzes als von Frau Grasser Beschuldigter vor den Strafrichter zu müssen. Wir sind der festen Überzeugung, dass Witze in einem Kabarettprogramm sowohl von der Freiheit der Kunst als auch vom Recht auf freie Meinungsäußerung verfassungsrechtlich geschützt sind", stellte Scheubas Anwalt Gerald Ganzger fest.
Der Auslöser - das Kabarettprogramm
Es geht um das Zitat "Die Medien tuan ja grod, als hätte Rainhard Fendrich sämtliche Kokainbestände Österreichs weggeschnupft. Das kann natürlich nicht stimmen. Fiona Swarovski hätte das nie zulassen!", das Scheuba am 30. November 2006 im Hektiker-Programm "Silberhochzeit" vor Hunderten Zuschauern im Kabarett Simpl zum Besten gab.

Ausschnitte - und eben auch dieser Sager - waren im Fernsehen zu sehen. Als Medien im Anschluss berichteten, die Ehefrau des ehemaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser hätte das "gar nicht lustig" gefunden, gab Scheuba der Zeitschrift "Woman" ein Interview.

Auf die Frage "Die Fiona ist auch sauer, wegen eines Schmähs zum 'Schnee'. Woher wissen Sie solche Dinge?", antwortete er: "Ich muss als jemand, der gesellschaftskritisches Kabarett macht, ja auch recherchieren. Ich hab auch Leute, die mir was erzählen."
Das einzige Ziel der Privatklage, so der Anwalt, sei eine strafrechtliche Verurteilung.
Scheuba bald vorbestraft?
Scheubas Anwalt Gerald Ganzger: "Wenn Kabarettisten wegen ihrer Witze auf der Bühne strafrechtlich verfolgt werden, wird es bald gar kein Kabarett mehr geben oder nur mehr eines, das aus Angst vor Repressionen gelähmt ist."

Die Privatanklage hätte nur ein Ziel, so Ganzger weiter, nämlich dass der Künstler strafrechtlich verurteilt werde und dann vorbestraft sei.

Die inkriminierte Äußerung sei im Zusammenhang mit dem "Kampf gegen Drogen" zu sehen, dem sich Fiona Grasser offenbar verschrieben habe, so Ganzger.
Swarovski: "Sport statt Drogen"
Erst vor wenigen Tagen hatte die Kristallerbin und Mutter einer sechsjährigen Tochter in einem Interview dem Nachrichtenmagazin "News" verraten, eines ihrer Erziehungsprinzipien laute "Sport statt Drogen".
Gerichtstermin am 21. Februar
"Wenn Frau Grasser der Witz über den von ihr selbst behaupteten Kampf gegen die Drogen nicht gefällt, hat sie jedes Recht, verärgert zu sein, meinen Mandanten zu beleidigen oder sich über ihn lustig zu machen." Ihn zu klagen, sei jedoch unangemessen, so Scheubas Anwalt.

Florian Scheuba muss sich am 21. Februar wegen übler Nachrede vor Gericht verantworten.
Geld- oder Freiheitsstrafe
Sollte Scheuba schuldig erkannt werden, muss er mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen: Das Strafgesetzbuch sieht für strafbare Handlungen gegen die Ehre bis zu ein Jahr Haft vor, sofern die üble Nachrede einer breiten Öffentlichkeit zugänglich wurde und geeignet war, den Betroffenen in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen oder herabzusetzen.
Entschädigung für Swarovski
Michael Rami, der Anwalt von Fiona Swarovski-Grasser prophezeite gegenüber der APA:
"Dieser schlechte Witz wird Herrn Scheuba vor Gericht im Hals stecken bleiben". Er macht für seine Mandantin eine entsprechende Entschädigung geltend. Scheuba soll auch die Kosten des Strafverfahrens tragen.
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