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MI | 11.04.2012
Sepp Rieder (Bild: APA)
Rathaus
Langzeit-Stadtrat Rieder in Pension
17 Jahre hat Sepp Rieder (SPÖ) zunächst als Stadtrat für Gesundheit, dann für Wirtschaft und Finanzen sowie als Vizebürgermeister im Wiener Rathaus gearbeitet. Nun geht er schweren Herzens in Pension.
Leid um Beziehungen und Kontakte
"Das Eine ist sicher, dass mir der Abschied schwer fällt, schwerer, als ich geglaubt habe", sagt Rieder. Doch nicht der Verlust der Insignien der Macht fällt ihm schwer, sondern es tut ihm um die Beziehungen und Kontakte leid, die nun wohl weniger würden.
Sepp Rieder bei seinem Amtsantritt als Finanzstadtrat. Im Hintergrund Bügermeister Michael Häupl (Bild: APA) Spitalsreform, U-Bahn und Ausgliederungen
Viel hat Rieder in seinen 17 Jahren als Stadtrat an Aufgaben zu erledigen gehabt. Die Diskussion über die Fahrscheinpreise bei den Wiener Linien muss er seinem Nachfolger hinterlassen. Seine Pläne, Wasserversorgung, Abwasser und Müll auszugliedern, scheiterten.

Als Gesundheitsstadtrat setzte Rieder die Gründung der weisungsfreien Patientenanwaltschaft durch, schloss die Spitalsreform ab und bereitete die Ausgliederung des Krankenanstaltenverbundes vor.

Als Wirtschaftsstadtrat war es einer seiner Grundsätze, Wirtschaft zu fördern, um mehr Arbeit zu schaffen. Als Decken von Pflichtschulen bröckelten, schnürte er ein Sanierungspaket. Beim Genehmigungswirrwarr um neue U-Bahnen verhandelte Rieder persönlich mit dem Bund, die Finanzierung des AKH brachte er nach langen Jahren zu Ende.
Stadtrat seit dem Jahr 1989
Sepp Rieder, geboren am 25. Dezember 1939 in Wien, ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Seit 1989 ist der Mitglied der Wiener Stadtregierung. Zunächst war er Gesundheitsstadtrat, bevor er Ende 2000 das Finanz- und Wirtschaftsressort übernahm.

Der Jurist arbeitete zuvor als Richter und für Justizminister Christian Broda (SPÖ). In den 80er Jahren saß er im Nationalrat und war SPÖ-Justizsprecher.
Sepp Rieder und der damalige Finanzminsiter Karl-Heinz Grasser bei den Finanzausgleichsverhandlungen (Bild: APA) Höhepunkt und Tiefpunkt der Karriere
Als einer der Höhepunkte in Rieders Karriere ist wohl der Einsatz als Chefverhandler der Bundesländer beim Finanzausgleich 2004 anzusehen.

Als einen der Tiefpunkte seiner Karriere bezeichnete er selbst seine Tätigkeit als Fraktionsvorsitzender im Lucona-Ausschuss. Ende der 80er Jahre "musste ich zur Kenntnis nehmen, dass schwere politische Fehler von sozialdemokratischen Politikern begangen worden sind".
Wünscht sich "lernbereiten" Nachfolger
Seinem Nachfolger wünscht Rieder vor allem die Fähigkeit, rasch Fuß zu fassen und lernbereit zu sein. Politische Erfahrung sei wichtig, um im "sehr anspruchsvollen Kreis der österreichischen Finanzpolitiker" ernst genommen zu werden.
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