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MI | 11.04.2012
Flugfeld Aspern
Masterplan
Neues Stadtgebiet Flugfeld Aspern mit See
Die Stadt hat am Dienstag den Masterplan für das Stadtentwicklungsgebiet auf dem ehemaligen Flugfeld Aspern im Nordosten Wiens präsentiert. 8.500 Wohnungen sind geplant, im Zentrum ein See und eine Ringstraße.
Flugfeld Aspern von oben 25.000 Arbeitsplätze
Ein einstiges Flugfeld am Rande der Stadt wird zur Stadt umgebaut. Auf 240 Hektar am Stadtrand soll nun endlich ein neuer Stadtteil mit 25.000 Arbeitsplätzen und 8.500 Wohnungen entstehen.

Im Jahr 2009 sollen erste Betriebe auf dem Gebiet angesiedelt werden. 2010 könnten die ersten Wohnungen stehen. Die Erschließung mit der U-Bahn-Linie U2 werde 2012 erfolgen, so Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ).

Länger warten müssen wird man auf die Autobahn. Die Asfinag hat die Verlängerung der Südost-Tangente (A23) für 2015 angekündigt, doch laut Schicker könnte sich das um einige Jahre verzögern.
Der Masterplan soll noch heuer im Gemeinderat abgesegnet werden.
Investitionen von fünf Milliarden Euro
Insgesamt verfügt das gesamte neue Stadtviertel in Aspern - es ist größer als der Bezirk Josefstadt - über ein Investitionsvolumen von rund 5 Millarden Euro.

Der Masterplan für Aspern vom Schweden Johannes Tovatt soll heuer den Gemeinderat passieren. 2008 sollen dann erste Flächenwidmungen erfolgen.
See am Flugfeld Aspern
Das Konzept sieht nördlich des General-Motors-Werks ein verdichtetes neues Zentrum samt einer umlaufenden Ringstraße vor. Die Mitte der Fläche soll durch einen vier Hektar großen See geprägt werden.
Unis bisher nicht interessiert
Die Entwicklung erfolgt in vier Phasen, für die zwanzig Jahre vorgesehen sind. Gebaut wird vom Süden Richtung Norden, wobei auf die Fertigstellung der verschiedenen Verkehrsträger Rücksicht genommen wird.

Allein: Bislang sind alle Versuche, eine Uni in Aspern anzusiedeln gescheitert. Zuletzt hat die TU definitiv Nein gesagt.

Auch international sind Universitätsgelände nahe der Innenstadt gefragter als am Stadtrand. Für anwendungsnahe Forschung und Entwicklung sei in Aspern aber durchaus Platz, gab sich Schicker überzeugt.
Skepsis bei der Opposition
Von der Rathaus-Opposition wurden die Pläne mit Skepsis aufgenommen. Die ÖVP befürchtete eine Enklave anstatt eines neuen Stadtteils und vermisste konkrete Investoren. ÖVP-Planungssprecher Alfred Hoch befürchtete eine Insellösung des Flugfeldes ohne Verbindung zu den gewachsenen Stadtteilen Eßling, Breitenlee, Aspern und Neu-Eßling.

Für die Grünen besteht die Gefahr, dass der Stadtteil zur "Schlafstadt" verkommen könnte. Umweltsprecher Rüdiger Maresch sprach sich auch gegen die Autobahn-Erschließung durch die A23 aus, zeigte sich einer Umfahrungsstraße aber nicht grundsätzlich abgeneigt.

Die FPÖ forderte erneut, die ergiebigen unterirdischen Heißwasservorkommen in der Region nicht nur für Heizzwecke, sondern auch zur Entwicklung eines zweiten Wiener Thermenzentrums zu nutzen. Im Übrigen entspreche der Masterplan weitgehend einem 2005 von den Freiheitlichen vorgestellten Projekt.
Eine lange Geschichte
Bisher waren sämtliche Versuche gescheitert, das ehemalige Flugfeld Aspern zu beleben. Bereits seit 15 Jahren versucht die Stadt Wien, den neuen Stadtteil zu bauen. Ein erster Plan stammt aus dem Herbst 1992, noch unter dem damaligen Planungsstadtrat Hannes Swoboda (SPÖ).

1993 wurde das Flugfeld auf Europas größter Immobilienmesse möglichen Investoren vorgestellt - ohne Erfolg.
Stadt am Reißbrett entworfen.
Chinesisches Vorbild
Dann hat man lange Zeit nichts mehr gehört. Vor drei Jahren packte die SPÖ auf ihrer Stadtregierungsklausur das Projekt wieder aus.

Nun soll nach chinesischem Vorbild eine am Reißbrett entwickelte Stadt entstehen.
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