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MI | 11.04.2012
Luisa Ramos
Magersucht
Stadt setzt Initiative gegen Essstörungen
Auf Initiative der Stadt Wien ist eine Plattform gegen Essstörungen präsentiert worden. Dafür wurden zahlreiche Prominente aus Mode, Werbung und Wirtschaft gewonnen.
Model Luisa Ramos, die im Vorjahr an den Folgen ihrer Magersucht gestorben ist, löste eine internationale Debatte über Magermodels aus.
Gegen krankmachende Schönheitsideale
Essstörungen sind ein gesellschaftliches Phänomen unserer Zeit und sie nehmen in den letzten Jahren immer mehr zu. Magersucht, Bulimie und Esssucht gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern. Die Initiative gegen Ess-störungen S-O-Ess will die krankmachenden Schönheitsideale bekämpfen, die als Nährboden für das Auftreten von Essstörungen angesehen werden.

Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ): "Es geht uns nicht darum, mit erhobenen Zeigefinder zu sagen, was ist gut für dich und was ist schlecht für dich. Es geht uns darum ein gesundes Körpergefühl zu propagieren."
Model Cordula Reyer und Designer La Hong
Für die Initiative wurde prominente Unterstützer gewonnen: Darunter Marktforscherin Sophie Karmasin, Modedesigner La Hong, das ehemalige Topmodel Cordula Reyer, Modechefin Doris Rose und Modelagentur-Chefin Andrea Weidler.
Nur sechs Prozent der österreichischen Frauen tragen die klassichen Modelgrößen.
44 Prozent der Frauen tragen Größe 40
44 Prozent der Österreicherinnen tragen laut der Studie eine Konfektionsgröße über 40, erläuterte Motivforschung Karmasin.

Nur 23 Prozent tragen Größe 32 bis 36, lediglich sechs Prozent Kleidergröße 32 und 34.

Über 80 Prozent der befragten Österreicherinnen seien der Meinung gewesen, österreichische Frauen würden in den Medien als zu dünn dargestellt.
Rund 90 % der von Essstörung Betroffenen sind Mädchen und junge Frauen.
200.000 Österreicherinnen mit Essstörungen
Angeblich leiden von allen 15- bis 20-jährigen mindestens 2.500 an Magersucht und über 5.000 an einer subklinischen Essstörung, also einer leichteren Verlaufsform.

Unter 20- bis 30-jährigen Frauen findet man mindestens 6.500 Frauen mit Bulimie. "Insgesamt geht man von über 200.000 Österreicherinnen aus, die zumindest einmal in ihrem Leben an einer Essstörung erkranken. Allein in Wien haben derzeit mehr als 2.000 Mädchen und rund 100 Burschen ein akutes Risiko an Magersucht oder Bulimie zu erkranken", so Stadträtin Wehsely. .

Ziel der Initiative ist es, langfristig eine Bewusstseinsänderung hinsichtlich gesundheitsgefährdender Schlankheitsvorbilder zu erreichen.
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