Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Rapid (Bild: APA)
fussball
Derby von Ausschreitungen überschattet
Das Derby zwischen Austria Wien und Rapid war von Ausschreitungen überschattet. Rapid-Fans warfen Bänke auf die Polizei, Austria-Fans schleuderten eine Leuchtrakete auf den Goalie Helge Payer. Fazit: Zwölf Festnahmen.
Rapid (Bild: APA)
Erstmals kamen Rapid-Anhänger als Demozug zum Derby.
Böller und Raketen in Innenstadt
Neu war, dass der Anhang des SK Rapid erstmals als angemeldeter Demonstrationszug zum Derby gegen die Austria ins Franz-Horr-Stadion in Favoriten gezogen war.

Zunächst versammelten sich rund 1.000 Grün-Weiße am Stephansplatz in der City und schossen Böller und Raketen ab. Auch einige Flaschen wurden geworfen. Danach fuhren die Anhänger mit der U-Bahn zum Reumannplatz. Über die Laxenburger Straße marschierten sie zum Favoritner Verteilerkreis.

Auf das offizielle Demo-Motto, ein Protest gegen die Verkommerzialisierung des Fußball, deuteten keine Sprechchöre hin. Hingegen zündeten sie weitere pyrotechnische Gegenstände, ein Pkw wurde beschädigt. Am Verteilerkreis kam es zu einem Verkehrsstau, so die Polizei.
Rapid-Fans (Bild: APA)
Mit Böller und Raketen geschossen.
Derby (Bild: APA)
Bänke des Gästesektors auf Polizei geworfen.
WEGA-Beamten attackiert
Der Spielbeginn verlief zunächst relativ ruhig. Mitte der ersten Halbzeit warfen Anhänger der Veilchen eine Leuchtrakte in den Rapid-Strafraum und trafen Goalie Helge Payer. Das Spiel wurde zunächst für einige Minuten unterbrochen.

Kurze Zeit später begannen im Rapid-Anhang nach Informationen der APA zwei Betrunkene mit Bier um sich zu schütten. Zwei Polizisten wollten Auseinandersetzungen verhindern. Das brachte die Grün-Weißen in Rage: Die Fans warfen Fahnen auf die Beamten. Die Wurfgegenstände wurden von der Polizei konfisziert.

Dass die Fahnen im Besitz der Polizei waren, wollten die Gewalttäter nicht hinnehmen. Sie zerlegten die Bänke des Gästesektors und warfen die Teile auf die Beamten. Die WEGA stürmte in den Sektor. Dabei soll einer der Beamten bei einer Attacke der Fans
einen Nasenbeinbruch erlitten haben.
Weitere Ausschreitungen nach Pause
Auf Videobildern identifizierte die Polizei einige der Hooligans. Nach der Pause kam es zu weiteren Ausschreitungen der Rapid-Fans, die wieder mit abmontierten Bänken die Einsatzkräfte bewarfen. Insgesamt gab es zwölf vorläufige Festnahmen, sechs Anzeigen und fünf Verletzte.
Lopatka entsetzt
"Entsetzt" zeigte sich Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) über die Ausschreitungen. "Gegen solche Rowdies muss man streng vorgehen, will man das positive Bild des österreichischen Fußballs nicht gefährden. Hier muss ein Exempel statuiert werden", forderte der Politiker.
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