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MI | 11.04.2012
Montserrat Caballe im April 2007 in Wien (Bild: APA)
Ausgezeichnet
Montserrat Caballe in der Staatsoper
Als "Österreichische Kammersängerin" ist sie vor zwei Tagen in Wien ausgezeichnet worden, am Samstag hat Montserrat Caballe zum letzten Mal in der Premieren-Spielserie von Donizettis "La Fille du regiment" in der Staatsoper gesungen.
Die Diva freute sich auf ihren Auftritt.
In Wien mit Applaus begrüßt
"Das bedeutet etwas ganz Spezielles für mich", zeigte sich die Star-Sopranistin aus Barcelona nach ihrer Auszeichnung bewegt. "Für mich ist es immer besonders schön, in der Staatsoper zu singen", strahlte sie.

Ein schlechter Tag sei immer möglich, "aber wenn man hier in Wien schon beim Auftritt mit Applaus begrüßt wird, noch bevor man einen einzigen Ton gesungen hat, kann gar nichts schief gehen."

An der Wiener Staatsoper debütierte die Operndiva am 28. Februar 1959 als Donna Elvira in Mozarts "Don Giovanni". "Ich war überrascht, wie ich als Anfängerin aufgenommen wurde", erzählte die Sopranistin im Gespräch mit der APA. Seit damals war sie im Haus am Ring in unzähligen Partien, von Salome, Tosca und Norma über die Elisabeth in "Don Carlo" bis zur Madama Cortese in "Il Viaggio a Reims" zu sehen.
Aktivste Opernsängerin aller Zeiten
Mit insgesamt über 4.000 Auftritten - fünf Mal so viele wie Maria Callas - und einem 90 Opernrollen und 800 Lieder umfassenden Repertoire gilt Caballe als die aktivste Opernsängerin aller Zeiten.
Im Sommer in St. Magarethen zu hören.
Liebe zu Open-Air-Bühnen
Auch die Open-Air-Bühnen der Konzertwelt liebt sie. "Das erste Mal habe ich ein Open Air an der Seite von Pavarotti in einem Park von San Francisco gemacht, dann kamen der Hyde Park, die Caracalla-Thermen, die Arenen von Verona und Orange", beginnt sie aufzuzählen. Bedenken, man könne sich dabei allzuleicht die Stimme ruinieren, wischt mit einer Handbewegung beiseite.

Vom römischen Amphitheater wechselt Montserrat Caballe heuer in den Römersteinbruch. Am 1. Juli singt sie in St. Margarethen, wo vor der beeindruckenden Felskulisse fast 5.000 Zuhörer Platz finden.
Carlos Álvarez, Montserrat Caballe und Ioan Holender (Bild: APA)
Mit dem Titel "Österreichische Kammersänger" wurden am Donnerstag Montserrat Caballé (74) und Carlos Álvarez (40) von Staatsoperndirektor Ioan Holender ausgezeichnet.
Unklar ist, wann sie das nächste Mal auf der Staatsopern-Bühne singt.
Österreich als musikalisches Herz Europas
Wann die Sängerin das nächste Mal an der Staatsoper zu sehen sein wird, weiß sie noch nicht, "die Gespräche laufen aber". Sicher ist allerdings eines: Nach Wien und nach Österreich wird sie immer wieder kommen. "Österreich ist das musikalische Herz von Europa - aber das weiß ohnedies jeder in der ganzen Welt."
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