Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Bombendrohung (Bild: APA/Franz Gruber/Kurier)
"Krone"-Pressehaus
Bombendroher war stark alkoholisiert
Nach der Bombendrohung im "Krone"-Pressehaus in Döbling ist das Motiv des Täters klar: Der 57-jährige, stark alkoholisierte Mann hatte Geldprobleme und wollte die Rückkehr der Stieftochter erzwingen.
Mehr als ein Promille Alkohol im Blut
Der 57-jährige Niederösterreicher hatte laut Polizei zum Zeitpunkt der Festnahme mehr als ein Promille Alkohol im Blut. Eine erste Befragung des Mannes nach der Festnahme musste daher sogar unterbrochen werden.

In den Verhandlungen kristallisierte sich aber bereits heraus, dass es in der Familie des Täters finanzielle Probleme gibt. Mit der Bombendrohung versuchte der Verdächtige zu erzwingen, dass seine Stieftochter wieder in sein Haus zurückkehrt, weil er nicht auf das hohe Kostgeld der 24-Jährigen verzichten wollte.
Kronen Zeitung
Der Mann wurde gegen 7.30 Uhr von einer Spezialeinheit festgenommen.
Angeblich Koffer mit Sprengstoff
Der Großeinsatz wurde kurz nach 5.00 Uhr ausgelöst. Die Polizei stufte die Situation als sehr gefährlich ein, auch weil man anfangs nicht wusste, ob der Mann tatsächlich eine Bombe bei sich hatte.

Der 57-Jährige aus Niederösterreich war offenbar in der Früh in das Haus der "Kronen Zeitung" in Heiligenstadt eingedrungen. Er hatte angegeben, einen Koffer mit Sprengstoff bei sich zu tragen, und gedroht, sich in die Luft zu sprengen. Geiseln nahm er keine. Das Gebäude hatte sich der Täter offenbar ausgesucht, um damit noch mehr Aufmerksamkeit zu erlangen.

Das Pressehaus wurde gleich nach Eingehen der Bombendrohung evakuiert. Einige Mitarbeiter der "Krone"-Kantine und Reinigungspersonal wurden in Sicherheit gebracht.
Mann hatte keine Bombe bei sich.
Von der Cobra überwältigt
Der Mann wurde schließlich nach zweistündigen Verhandlungen von der Spezialeinheit Cobra überwältigt. Wie von dem 57-Jährigen gefordert, zeigten Polizisten dem Täter seine Stieftochter. Diesen Moment nutze man für den Zugriff. Über einen Nebeneingang waren Cobra-Kräfte ins Gebäude gelangt.

Im Koffer fanden die Beamten keinen Sprengsatz, das Behältnis war leer. Mit Lungenproblemen wurde der Täter nach seiner Festnahme in ein Krankenhaus gebracht.
Staus durch Straßensperren
Der Polizeieinsatz löste umfangreiche Staus im Frühverkehr aus. Die Muthgasse zwischen Gunoldstraße und Mooslackengasse sowie die Gunoldstraße zwischen Heiligenstädter Straße und Heiligenstädter Brücke wurden gesperrt. Das wirkte sich großräumig auf die Autofahrer im Frühverkehr aus.

Auch die Buslinien 39A und 11A waren betroffen.

Gegen 7.45 Uhr wurden die Straßensperren aufgehoben. Es dauerte etwa eine Stunde, bis sich die Staus auflösten und der Verkehr wieder normal unterwegs war.
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