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MI | 11.04.2012
Gert Voss
Premieren
Shakespeare-Welle an der Burg rollt weiter
Im laufenden Shakespeare-Zyklus des Burgtheaters stehen in den kommenden Tagen die Premieren fünf und sechs an. Luc Bondy inszeniert "König Lear", Barbara Frey bringt den "Sturm" auf die Bühne des Akademietheaters.
Die Darstellung des Königs Lear könnte zu einer neuen Sternstunde für Gert Voss werden.
Erster Shakespeare von Voss mit Bondy
Obwohl alleine in den vergangenen Wochen von "Macbeth" am Volkstheater bis zu "Sturm" in einer Version von Lemi Ponifasio und einem Shakespeare-Zirkus aus Belgrad bei den Festwochen an einschlägigem Angebot kein Mangel herrschte, erwarten Theaterfreunde beide Produktionen mit Spannung.

Das liegt vor allem an den beteiligten Künstlern: Erstmals erarbeitet Festwochen-Intendant Luc Bondy mit Publikumsliebling Gert Voss eine Shakespeare-Produktion. Premiere ist am 30. Mai.
Gert Voss als König Lear
Voss hat sich mit vielen seiner bisher 15 Shakespeare-Rollen von Richard III. bis zum Shylock im "Kaufmann von Venedig", von Othello bis zu Macbeth einer ganzen Generation von Wiener Theaterbesuchern im Gedächtnis verankert.
Voss als König Lear Lear als größte Herausforderung
Der alte König Lear, der am Versuch, seine Macht in Liebe umzutauschen, furchtbar scheitert, war eine neue Herausforderung für den 65-jährigen Schauspielstar. "Lear ist wie ein fremder Kontinent", so Voss in der "Bühne".

"'Lear' ist das geheimnisvollste und tiefste Theaterstück der Weltliteratur. Samuel Beckett hat oft darauf hingewiesen, 'Lear' sei unaufführbar, es sei unmöglich, dieses Stück zu inszenieren. Ich bin ganz seiner Meinung und will es dennoch riskieren", sagte Bondy. "'Lear' ist ein Drama über das elende Altern und die Unmöglichkeit, die Jugend gerecht zu erleben."
Voss mit Minichmayr bei einer Probe Birgit Minichmayr wieder an der Burg
Zu erwarten ist eine dreistündige Inszenierung, die in der Vergangenheit beginnen und in die Gegenwart führen soll. Lears drei Töchter werden von Andrea Clausen, Caroline Petters und Adina Vetter gespielt.

Ansonsten steht vor allem der Narr im Mittelpunkt des Interesses: Berlin-Heimkehrerin Birgit Minichmayr ist in ihrer ersten großen Rolle wieder an der Burg zu sehen.
Premiere am 5. Juni
Reduzierter "Sturm" am Akademietheater
Ganz anders hat Barbara Frey den "Sturm" für das Akademietheater eingerichtet: Die 44-jährige Schweizerin verweist zwar wie Bondy auf Beckett, reduziert das Personal jedoch radikal: Prosperos Insel dient als Spielfläche für archetypische Machtkonstellationen, die von nur drei Figuren (Johann Adam Oest als Prospero, Maria Happel als Caliban und Joachim Meyerhoff als Ariel) durchgespielt werden.

Nach diesen beiden Shakespeare-Produktionen steht schon bei den Salzburger und Bregenzer Festspielen wieder Shakespeare auf dem Programm. Und auch die Eröffnung der kommenden Burgtheater-Saison bestreitet mit "Romeo und Julia" der nächste Shakespeare-Klassiker.
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