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MI | 11.04.2012
Bauarbeiten am Lainzer Tunnel (Bild: ORF)
Neuer Bescheid
Bau am Lainzer Tunnel geht weiter
Nur wenige Tage hat die Unterbrechung der Bauarbeiten am Lainzer Tunnel gedauert. Das Verkehrsministerium hat am Montag einen neuen Baubescheid erlassen. Schon am Nachmittag wurde wieder mit voller Leistung gearbeitet.
Arbeiten im Lainzer Tunnel (Bild: APA)
Die ÖBB führen den Abschnitt freiwillig in einer höheren Schutzklasse aus.
Freiwillig in höherer Schutzklasse
Die unterirdische Verbindung zwischen West- und Südbahn wird demnach von der ÖBB-Infrastruktur Bau AG in allen strittigen Bereichen freiwillig nach einer höheren Schutzklasse errichtet. Die Mehrkosten dafür betragen laut ÖBB rund 300.000 Euro - bei einer Gesamtbausumme von 1,273 Milliarden.

Nach Rücksprache mit den ÖBB sei am Wochenende im Verkehrsministerium mit Hochdruck an einer neuen Baugenehmigung gearbeitet worden, die dann am Montag zugestellt werden konnte. Der Zeitplan für den Tunnel sei damit weiter zu halten, hieß es im Ministerium. Der Durchstich soll wie gehabt 2008 erfolgen, die Fertigstellung des Gesamtprojekts 2013.
Bauarbeiten am Lainzer Tunnel (Bild: ORF)
"Verbindungstunnel" betroffen
Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hatte vor einer Woche nach einer Anrainerbeschwerde die Baugenehmigung für den Teilbereich aufgehoben. Daraufhin wurden nur noch Sicherungsarbeiten am Tunnel fortgeführt.

Konkret mussten die Arbeiten an der 6,6 Kilometer langen unterirdischen Verbindung zwischen Süd- und Westbahn in Wien eingestellt werden. Betroffen war damit der dritte Abschnitt ("Verbindungstunnel") des Projekts.
Der VwGH bemängelte die Einteilung der Schutzzonen.
Schutzzonen-Einteilung nicht nachvollziehbar
Der dritte Abschnitt war in zwei Schutzzonen eingeteilt worden, wobei zwischen Fest- und Lockersteinbereichen unterschieden wurde. Laut VwGH hat sich aus den vorliegenden Gutachten ergeben, dass auch im Festgesteinsbereich die Bodenverhältnisse ungünstig sein können.

Die Eisenbahnbehörde habe nicht nachvollziehbar begründet, warum solche Bereiche nicht Zonen zugeordnet wurden, für die eine sicherere Ausführung notwendig ist.

Außerdem habe die Behörde die Konsequenzen von Schäden an der Tunnelkonstruktion auf die Tragfähigkeit der darüber liegenden Gesteinsschichten nicht ausreichend geprüft.
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