Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Altenburger und Platter mit Stradivari (Bild: APA)
Stradivari wieder da
Altenburger ist "überglücklich"
Stargeiger Christian Altenburger hat am Mittwoch seine Stradivari unversehrt zurückbekommen. Der Musiker ist "überglücklich", wie er selbst sagte. Sechs Mitglieder einer georgischen Einbrecherbande sind in Haft.
Innenminister Günther Platter gab die Geige Altenburger zurück.
Stargeiger ist "überglücklich"
Er sei "überglücklich, erleichtert und übernachtig vom Feiern", sagte Altenburger. "Ich möchte mich an erster Stelle bei den Ermittlern der Kriminaldirektion 1 bedanken", so der Stargeiger weiter. Er habe nicht gedacht, "dass es so schnell gehen würde".

"Es ist so, wie wenn ein Kind zurückkehrt", so Altenburger weiter: "Die Geige ist ein Teil von mir. Man kann schon vergleichen - weiß ich nicht - wie wenn eine Entführung stattfindet." Er habe noch nicht auf der Geige gespielt, aber sie sei in Ordnung.

Seine Wohnung werde ab sofort verstärkt abgesichert, sagte Altenburger. Die wertvolle Stradivari soll zukünftig allerdings an einem anderen Ort aufbewahrt werde.
Diebesgut in Koffer gefunden.
Postbeamte entdeckten Koffer
Man habe seit Mai 21 Wohnungseinbrüche in Wien mit ähnlicher Vorgangsweise beobachtet, sagte Manfred Briegl von der Kriminaldirektion 1. Darunter war auch der Einbruch in Altenburgers Wohnung.

Die Ermittler wussten bereits, dass Pakete in den osteuropäischen Raum versendet wurden, in denen sich Diebesgut befand. Zollbehörden und die Post wurden daher alarmiert.

Am Donnerstag der Vorwoche fiel Postbediensteten tatsächlich ein markanter, mit Klebeband verschlossener Koffer auf. Es handelte sich um die bei Altenburger gestohlene Tasche. Darin befanden sich mehrere gestohlene Güter, darunter ein Teil der Beute aus Altenburgers Wohnung.
Kulinarische Belohnung für Postbeamte
Die rund 15 Postbediensteten der Auslandsabteilung, die von der Polizei informiert worden waren und die verdächtige Sendung aussortiert hatten, bekommen eine kulinarische Belohnung. Postdirektor Anton Wais lädt sie zum Stelzenessen in den Prater ein.
Fingerabdruck führte zu Bande.
"Kommissar Zufall" half mit
Bei der kriminaltechnischen Untersuchung entdeckten die Ermittler auf dem Klebeband einen Fingerabdruck, der laut Briegl einem einschlägig vorbestraften Asylwerber zugeordnet werden konnte. Eine Adresse des Verdächtigen war nicht bekannt.

Die Fahnder wussten lediglich auf Grund von Obdachlosenmeldungen, dass er sich in Hernals aufhalten könnte. Die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EDS) bekam Fotos der beiden Verdächtigen und diese wurden am Montag tatsächlich bei einer Streife auf der Hernalser Hauptstraße entdeckt.

Die Beamten observierten sie und beobachteten, wie sie in ein Haus gingen. Die beiden Männer sowie ein dritter Verdächtigter wurden später festgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung entdeckten die Fahnder die unversehrten Geigen. Außerdem wurden drei weitere Verdächtigte festgenommen. Bisher bestreiten alle Verdächtigen die Vorwürfe.
Stradivari (Bild: Polizei)
Die rund 2,5 Millionen wertvolle Stradivari aus dem Jahr 1680 wurde am 29. Mai in der Wohnung des bekannten Solisten Altenburger in Wien-Mariahilf gestohlen. Neben der Stradivari stahlen die Täter auch eine rund 120.000 Euro teure Vuillaume-Geige sowie drei Geigenbögen im Gesamtwert von etwa 12.000 Euro.
Antonio Giacomo Stradivari gilt als der berühmteste Geigenbauer aller Zeiten.
Noch etwa 600 Stradivaris weltweit erhalten
Stradivaris gehören zu den teuersten Musikinstrumenten der Welt. Antonio Giacomo Stradivari (1644-1737) gilt als der berühmteste Geigenbauer aller Zeiten.

Er fertigte im Laufe seines Lebens mehr als 1.000 Saiteninstrumente, außer Violinen auch Bratschen, Cellos, wenige Gitarren und eine Harfe. Heute sind nach Schätzungen noch etwa 600 Instrumente erhalten.
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