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MI | 11.04.2012
Unwetter über Wien (Bild: Roland Schlager)
Unwetter
Sturm über Wien hinterlässt Chaos und Tote
Der orkanartige Sturm am Donnerstag hat in Wien zwei Todesopfer gefordert. Bäume stürzten um, im Verkehr herrschte Chaos, auf der Donauinsel wurden Bühnen beschädigt.
Sturm über Wien - Feuerwehrauto im Einsatz (Bild: APA)
In der Stadt herrschte Chaos.
Frau von Baum erschlagen
Die unberechenbaren Sturmböen mit bis zu 123 km/h erreichten kurz vor 17.00 Uhr Wien. Der öffentliche Verkehr kam für Stunden zum Erliegen, Tausende Haushalte waren ohne Strom, und auchdie Zahl der Autounfälle erhöhte sich drastisch. Neben mehreren Schwerverletzten gab es zwei Todesopfer in Wien.

Eine 60-jährige Frau wurde laut Rettung beim Ruderclub am Dampfschiffhaufen in Wien-Donaustadt von einem Baum erschlagen. Ein 40-jähriger Mann wurde schwer dabei verletzt. Der Sturm hatte einen Baum umgerissen, der dann auf ein Haus fiel.
Rettungseinsatz im Ruderclub am Dampfschiffhaufen (Bild: Rotes Kreuz Wien)
Einsatz im Ruderclub am Dampfschiffhaufen.
Kran stürzte auf Hauptfeuerwache.
Kranführer stürzte zu Tode
Der zweite Tote ist ein 52-jähriger Kranführer, dessen Kran für die Renovierung der Wiener Hauptfeuerwache Am Hof aufgestellt worden war. Eine Böe erfasste laut Branddirektor Friedrich Perner den Kran, der das Dach der Hauptfeuerwache durchschlug, ein Nachbargebäude sowie auch mehrere historische Figuren schwer beschädigte.
Der umgekippte Kran Am Hof (Bild: APA)
Der Kran stürzte auf ein Nachbargebäude der Feuerwehrzentrale (Bild: APA)
Unklar, warum Kranführer nicht flüchtete
"Ich war verwundert, dass die Winböe so schnell gekommen ist, schaue raus und sehe wie der Kran umfällt. Ich dachte: Das gibt es nicht", sagte ein Augenzeuge des Kranunglücks.

Feuerwehr, Polizei, Statiker und die mit den Arbeiten betreute Baufirma sind derzeit dabei zu klären, warum der Kranführer bei der sich näherenden Gewitterfront nicht auf die sichere Erde flüchtete.
Am Gaudenzdorfer Gürtel wurden zahlreiche Äste geknickt (Bild: APA)
Am Gürtel herrschte Lebensgefahr
In den Bezirken Meidling und Margareten herrschte kurz nach 17.00 Uhr im Bereich des Gürtels Lebensgefahr. Binnen weniger Minuten knickte der Sturm zahlreiche Bäume. Passanten flüchteten von den Gehsteigen. Der Betrieb der Straßenbahnlinien 6 und 18 musste eingestellt werden, weil die Oberleitungen gerissen waren.
Überblick: Unwetter hinterlässt Schäden (Bild: APA)
Hunderte Einsätze der Feuerwehr
Bei Rettung und Feuerwehr herrschte Hochbetrieb: 800 zusätzliche Ausfahrten habe es zwischen 17.00 Uhr und Freitag 6.00 Uhr gegeben, berichtete Feuerwehr-Sprecher Alexander Markl der APA. An normalen Tagen rücken die Einsatzkräfte zum Vergleich nur 100 bis 150 Mal aus. In Niederösterreich waren sogar mehr als 4.000 Dort forderte der Sturm außerdem ein drittes Todesopfer.
Verwüstungen nach Sturm in Wien (Bild: Markus Österreicher)
Sturmböen erreichten 123 km/h
Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) wurden in Unterlaa im Süden Wiens 123 km/h gemessen, in der Innenstadt 114 km/h und auf der Hohen Warte 113 km/h. Ursache für die Heftigkeit der Windböen waren die extremen Temperaturunterschiede, die in der Ostregion Österreichs aufeinander prallten.
Umgestürzte Bauten auf der Donauinsel (Bild: APA)
Eine Absage des Donauinselfests ist nicht geplant.
Schwere Schäden auch auf der Donauinsel
Einen Tag vor Beginn des 24. Donauinselfests wehte der schwere Sturm auf dem Festgelände rund 30 Stände weg, zerstörte die Sportinsel beschädigte mehrere Bühnen.

Für den Wiederaufbau am Areal wurde zum Teil die gesamte Nacht durchgearbeitet. Ab 6.00 Uhr liefen die Arbeiten auf Hochtouren. Verletzt wurde auf der Donauinsel niemand.
Umgestürzte Bauten auf der Donauinsel (Bild: APA)
Auf dem Flughafen Wien-Schwechat gab es keine Landungen und Starts.
Öffentlicher Verkehr war eingeschränkt
Bei der Wiener S-Bahn sorgte das Unwetter für zahlreiche Ausfälle und Verzögerungen. Verschiedenste Gegenstände beschädigten laut ÖBB die Fahrleitung, es gab 50 Zugausfälle. Zwischen Gerasdorf und Mistelbach sowie zwischen Jedlersdorf und Korneuburg wurde der Verkehr zeitweise eingestellt. Auch auf der Franz-Josefs-Bahn zwischen Heiligenstadt und Absdorf verkehrten keine Züge. Der Verkehr auf der Süd- und Westbahnstrecke der ÖBB wurde unterbrochen, ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

Auf dem Flughafen Wien-Schwechat wurden von 17.00 bis 17.37 Uhr alle Landungen und Starts gestrichen. Die Flüge flogen Bratislava an.
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