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MI | 11.04.2012
Scheidungsmesse in Wien (Bild: ORF)
Gesellschaft
Hunderte kamen zur Scheidungsmesse
Hunderte Besucher haben die Veranstalter der weltweit ersten Scheidungsmesse am Samstag in Wien gezählt. Groß war der Andrang auch von Journalisten, die sogar aus dem Ausland angereist waren, um zu berichten.
Großes Medieninteresse bei der Scheidungsmesse (Bild: ORF) Großes Medieninteresse
Groß war das Interesse auch von Seiten der Medien. Journalisten, Fotografen und Kameraleute aus dem In- und Ausland machten sich im Hotel Marriott am ersten Tag der Messe auf die Suche nach Besuchern. Rund 200 davon zählten die Veranstalter nach eigenen Angaben schon in den ersten Stunden der Messe.

Zielpublikum sind laut Veranstalter Anton Barz vor allem Personen, die sich vor, in oder nach einer Trennung befinden.
Beratungsgespräch bei der Scheidungsmesse (Bild: ORF)
"Starte Dein Leben Neu" ist der vielversprechende Titel der Veranstaltung.
Beratung von Anwälten und Mediatoren
Rund 20 Aussteller standen bei freiem Eintritt für Fragen zur Verfügung, es gab auch Vorträge von Mediatoren und Rechtsanwälten. Das Themenspektrum reichte von Ehe- und Scheidungsrecht über Fürsorge bis hin zu Fragen der Alimente.
Von der Detektei bis zum Wellness-Urlaub
Auf der Ausstellerliste stand unter anderem auch eine Detektei, bei der Observationen gebucht werden können. Auch die Erzdiözese Wien, eine Firma, die Vaterschaftstests anbietet, und ein Unternehmen, das "Entspannungswochen" für Frischgetrennte im Programm hat, waren auf der Scheidungsmesse zu finden.

Zudem konnten sich die Ex-Paare dort nach einer Ersatzwohnung und einem neuen Auto umsehen.
Auch in Linz und Graz
Dem Auftakt in Wien sollen Scheidungsmessen in Linz und Graz folgen. Bei entsprechendem Besucherandrang ist auch in Wien eine Wiederholung geplant.
In Wien werden von 100 Ehen 66 vorzeitig beendet.
Mehr Interesse als an Hochzeitsmesse
Mangelndes Interesse an den Scheidungsmessen fürchtet Barz nicht: Bei der aktuellen Scheidungsrate von 48,9 Prozent - in Wien sind es sogar 65,9 Prozent - könnte es "durchaus der Fall sein", dass Scheidungsmessen künftig besser besucht seien als Infoveranstaltungen zum Thema Hochzeit. Auch Anwälte hätten ihm den Bedarf bestätigt.

Ursprünglich hatte der Veranstalter die Idee eines getrennten Zugangs für die Geschlechter, also dass am einen Tag nur Frauen zur Messe dürfen und am anderen nur Männer. So wären einander Ex-Partner nicht über den Weg gelaufen. Doch da zahlreiche Anfragen nach beiden Terminen kamen, habe er die Idee wieder verworfen.
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