Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Zerstörte Grabsteine am Jüdischen Friedhof Währing (Bild: ORF / BeLicht)
Chronik
Rettung für jüdischen Friedhof in Sicht
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) will im Oktober im für NS-Entschädigungen zuständigen Nationalfonds-Kuratorium den Weg für die Sanierung des jüdischen Friedhofs Währing freimachen. Die Grünen fordern Pläne.
"Grundlegendes hat zu geschehen"
"Es ist für mich vollkommen klar, dass der Währinger Friedhof Priorität hat, dass dort Grundlegendes zu geschehen hat", so Prammer anlässlich eines Israel-Besuchs. In zwei bis drei Jahren könnte alles für eine Komplettrestaurierung bereit sein.

Der Bund wird dafür viel Geld aufwenden müssen, Prammer bestätigte die immer wieder genannten 14 Millionen Euro. Bis zu zehn Jahre könnte es dauern, bis der Friedhof saniert und sicher ist.
Grabsteine am Jüdischen Friedhof Währing (Bild: ORF / BeLicht)
Prammer will die Finanzierung in zwei bis drei Jahren sichern.
Zwei- bis dreijähriges Vorprojekt
Vor der eigentlichen Sanierung des heute zu Döbling gehörenden Friedhofs soll es ein zwei- bis dreijähriges Vorprojekt geben. Zunächst soll der Nationalfonds die Durchführung einer Bestandsaufnahme ausschreiben."

Das Stadtgartenamt soll sich des ausufernden Baumbestandes annehmen. Erste Sanierungsarbeiten sollen beginnen. Parallel dazu soll laut Prammer auch die Finanzierung gesichert werden.
Laut Washingtoner Abkommen ist der Bund für Restaurierung und Erhaltung zuständig.
Rodungsaktion "entbehrlich"
Prammer betonte, dass auch Wien seinen Verpflichtungen nachkommen werde müssen, vor allem, was Gartenarbeiten sowie die Wartung und Betreuung nach der Sanierung betrifft.

Für die Restaurierung und Erhaltung jüdischer Friedhöfe in Österreich ist gemäß Washingtoner Abkommen von 2001 der Bund zuständig. Der Wiener Gemeinderat hat im März den Bund einstimmig aufgefordert, seinen Erhaltungspflichten auch nachzukommen.

Aktionen, wie die kürzlich erfolgte Rodung durch Mitarbeiter der US-Botschaft, verblüffen Prammer: Egal, wer solche Aktionen durchführe: "Ich halte das grundsätzlich für entbehrlich."
Grüne wollen Pläne statt Ankündigungen
Er habe schon viele Ankündigungen gehört, sagte der Grüne Gemeinderat Marco Schreuder. Glauben werde er den Aussagen Prammers erst, "wenn die Plände konkret auf dem Tisch liegen".

Um die Sanierung zu finanzieren fordern die Grünen einen Fonds, in den Bund, Länder, Gemeinden und Private einzahlen können. Dieser Fonds könnte das Washingtoner Abkommen erfüllen und den Friedhof retten, sagte Schreuder.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News