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MI | 11.04.2012
U-Bahn (Bild: APA)
Verkehr
Unklimatisierte Öffis erhitzen die Gemüter
Die Hitze treibt auch den Fahrgästen der Wiener Linien den Schweiß aus den Poren. Fahrgäste und die Rathaus-Opposition rufen nach Klimaanlagen. Die Wiener Linien verweisen auf ihr Anschaffungsprogramm.
ÖVP und Grüne wollen kühlere Öffis.
Lauter Ruf nach mehr Abkühlung
Schweißtreibende Fahrten mit U-Bahn, Straßenbahn und Bus gehören zu Zeiten von Hitzewellen für viele Wiener zum Alltag. Laut rufen nicht nur Fahrgäste nach mehr klimatisierten öffentlichen Verkehrsmitteln.

Auch die Wiener Opposition kritisiert die Beschaffungspolitik. So meinen die Grünen, dass mehr Autofahrer auf die Öffis umsteigen würden, wenn es in Straßenbahn, Bus und U-Bahn schön kühl wäre. Von der ÖVP hieß es wörtlich, dass die Wiener Linien die Fahrgäste die Würze des Schweißes riechen lassen würden.
Bis vor wenigen Jahren "technisch nicht möglich" und "unüblich".
Bestellungen nur mehr mit Klimaanlage
Bei den Wiener Linien verweist man darauf, dass es bis vor wenigen Jahren auch international unüblich und teils auch technisch nicht möglich gewesen sei, innerstädtische Verkehrsmittel mit Klimaanlagen auszustatten. Diese müssten etwa viel leistungsstärker sein als zum Beispiel in Fernzügen, deren Türen sich nicht alle paar Minuten öffnen.

Ein Umbau vorhandener Fahrzeuge sei technisch nicht möglich und unwirtschaftlich. Allerdings verweisen die Wiener Linien darauf, dass seit August des Vorjahres sämtliche Fahrzeuge nur mehr mit Klimaanlage bestellt werden.
Zwei neue U-Bahnzüge werden demnächst in Betrieb genommen.
Bald 17 Klima-U-Bahnen im Einsatz
Derzeit sind demnach 15 klimatisierte neue U-Bahngarnituren auf den Linien U1, U3 und U4 im Einsatz, zwei weitere Züge sollen in den nächsten Tagen in den Linieneinsatz gehen.

Auf der Linie U2 fahren derzeit nur so genannte Vier-Wagenzüge. Die neuen, klimatisierten V-Wagen werden aber nur sechsteilig eingesetzt. Erst wenn die U2 bis zum Stadion fährt, also ab 10. Mai 2008, sollen auch auf der U2 die längeren und klimatisierten Züge eingesetzt werden.
Routinemäßiger Austausch bei Bussen läuft.
Klima-ULFs ab Herbst
Bei den Straßenbahnen sind die 150 Züge der ersten ULF-Generation schon wieder bis zu zehn Jahre alt. Klimaanlagen gibt es nur in den Zügen der zweiten ULF-Generation, die ebenfalls 150 Stück umfasst. Die ersten Züge der zweiten Generation werden voraussichtlich erst ab Herbst eingesetzt.

Von den insgesamt rund 500 Bussen sind laut Wiener Linien derzeit 68 klimatisierte Fahrzeuge aus älteren Bestellungen im Einsatz. 176 neue Busse mit Klimaanlage werden Stück für Stück ausgeliefert, 25 davon sind ebenfalls schon im Einsatz.
Lebensdauer von Schienenfahrzeugen beträgt 30 bis 40 Jahre.
Vollständige Klimatisierung dauert noch
Im Jahr 2010 soll laut Rathaus zumindest die Hälfte aller Fahrzeuge der Wiener Linien klimatisiert sein. Zu beachten ist auch, dass Schienenfahrzeuge eine Lebensdauer von etwa 30 bis 40 Jahren haben.

Bis wirklich alle Schienenfahrzeuge erneuert und damit mit Klimaanlagen ausgestattet sind, werden die Fahrgäste also noch viele Schweißtropfen verlieren.
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