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MI | 11.04.2012
Gänseblümchen zwischen Pflastersteinen (Bild: Stadt Wien)
Stadtentwicklung
Aus Margaretens Fugen soll es wuchern
Mit einer skurrilen Projektidee überrascht die Bezirksvorstehung Margareten. Zur Erhöhung des Grünanteils im Bezirk werden im Zuge der "Pflasterritzenvegetation" Pflanzensamen in den Fugen zwischen Pflastersteinen ausgebracht.
"Pflasterritzenvegetation" in Margareten (Bild: Stadt Wien)
Nutznießer der Aktion soll die Bevölkerung Margaretens sein.
"Es muss nicht immer Unkraut sein"
Margareten ist einer der dichtest besiedelten Bezirke innerhalb des Gürtels. Mit knapp 15 Prozent Grünanteil an der Bezirksfläche und sechs Quadratmeter Grün pro Einwohner findet sich Margareten auf Platz 20 unter den 23 Wiener Bezirken.

Das soll sich nun ändern: Die Bezirksvorstehung hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien das Projekt "Grünraum Margareten - Natur in einem innerstädtischen Bezirk" erarbeitet. Darin werden acht Projektideen präsentiert, um den Anteil an Grünflächen im Bezirk zu erhöhen.

Neben Blumen- und Pflückbeeten und einer Nektarinsel für Schmetterlinge im Bezirk umfassen diese auch die "Straße der Pflasterritzenvegetation, denn es muss nicht immer Unkraut sein, was zwischen Pflastersteinen wächst" - das Experiment hat bereits begonnen.
Im Frühling 2005 wurden die ersten Samenmischungen ausgebracht.
Ein Versuch auf dem "Mittelgürtelparkplatz"
Ort der Versuchsanordnung sind dabei die Fugen der Pflastersteine auf dem Mittelgürtelparkplatz auf Höhe des Matzleinsdorfer Hochhauses. Die Ritzen wurden nicht dicht verschlossen, sondern mit Sand aufgefüllt. Diesem wurden verschiedene Pflanzensamen beigemischt, um so "mehr Grün in den Bezirk zu bekommen", so Bezirksvorsteher Kurt Wimmer (SPÖ).

In Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur (BOKU) wird nun nach der "idealen Samenmischung" gesucht. Es muss sich dabei um niedrig wachsende Pflanzen handeln, da aus Gründen der Verkehrssicherheit "Höhen über zwei Zentimeter auf einer Straße nicht erlaubt sind".
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Noch in diesem Jahr sollen die Ergebnisse ausgewertet werden.
"Pflasterritzenvegetation" als Standard?
"Natürlich kann man dieses Projekt belächeln, aber in Summe kommt man dadurch schon auf viele Quadratmeter Grün", so Wimmer. "Zudem kann Regenwasser versickern und ein naturnahes Bild am Straßenrand hergestellt werden." Noch in diesem Jahr soll es eine Versuchsauswertung des Projekts geben.

Bei der Magistratsabteilung 48, für Straßenverwaltung und Straßenbau zuständig, wollte man in der "Pflasterritzenvegetation" aber keine Standardlösung für den Wiener Raum sehen. "Dies ist eher im Einzelfall möglich."
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