Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
McDonald's am Schwarzenbergpaltz (Bild: APA)
Reportage
30 Jahre Burger & Co. in Wien
"Ein Big-Mac-Menü zum Mitnehmen, bitte." Diesen Satz kann man in Wien bereits seit dem 27. Juli 1977 vernehmen. Heute vor 30 Jahren eröffnete das erste McDonald's-Restaurant am Schwarzenbergplatz.
Herr Velja Janicijevic am Grill um 1978 (Bild: ORF / Kick)
Velja Janicijevic in einer Zeit, als noch niemand von Recycling sprach.
1977: "Was ist McDonald's?"
Herr Velja Janicijevic, der von allen "Jani" genannt wird, kontrolliert Stühle und wirft einen schnellen Blick auf den Boden, ehe er mit einem Lächeln in den hinteren Teil der McDonald's-Filiale am Schwarzenbergplatz verschwindet.

Er gehört beinahe zum Inventar. 1978, ein Jahr nachdem die Filiale am Schwarzenbergplatz eröffnet wurde, begann Janicijevic hinter dem Grill. Den Job hatte ihm sein Onkel verschafft. Fünf Jahre später wurde er zum Assistenten befördert, heute leitet Janicijevic die Filiale, in der er einst hinter dem Grill stand.

"Wenn ich damals gesagt habe, ich arbeite bei McDonald's, hat niemand gewusst, was das ist", so Janicijevic, "heute beinahe unvorstellbar." Zu Beginn in den späten 70ern sei viel los gewesen, mit Menschenschlangen bis auf den Schwarzenbergplatz, erinnert er sich. Mit einer Kundenfrequenz von rund 2.000 Gästen pro Tag scheint der Andrang in der ältesten McDonald's-Filiale Wiens bis heute ungebrochen.
McDonald's am Schwarzenbergplatz (Bild: ORF / Kick)
Janis Sohn, 2007 (Bild: ORF / Kick)
Janicijevics Sohn arbeitet ebenfalls in der Filiale am Schwarzenbergplatz.
Burger statt Wiener Schnitzel
Zu Beginn habe es schon Skeptiker gegeben, die den "Laberln mit dem Faschierten" eine kurze Lebensdauer prognostizierten. 30 Jahre und allein am Schwarzenbergplatz eine Million verkaufte Big Macs später dürfte die Prognose als widerlegt gelten.

"Ich fühle mich so, als ob ich eine Weltreise gemacht hätte", erzählt Janicijevic, wenn er an die verschiedenen Nationalitäten seiner Mitarbeiter denkt. "Inder, Japaner, Chinesen - eigentlich gibt es fast keine Nation, die nicht schon einmal bei uns gearbeitet hat."

Rund 38 Personen arbeiten unter Janicijevics Führung - 16 davon Vollzeit. Einer von ihnen ist Janicijevics Sohn, der jetzt am Grill steht und eines Tages in die Fußstapfen des Vaters treten soll.
162 Lokale seit 1977
1977 wurde mit dem Lokal am Schwarzenbergplatz die erste McDonald's-Filiale in Österreich eröffnet. Mittlerweile ist das nach Eigendefinition "etwas andere" und immer wieder heftig umstrittene Restaurant mit 162 Lokalen das größte Gastronomieunternehmen des Landes. 2006 erzielte McDonald's Österreich einen Umsatz von 329 Millionen Euro. In diesem Jahr besuchten 105 Millionen Gäste die Fast-Food-Kette.
Bei seinem Österreich-Besuch ließ sich Michael Jackson "Burger und Pommes" in das nahe gelegene Hotel Marriott bringen.
Michael Jackson bestellte in sein Hotel
In den 80er Jahren galt die Filiale am Schwarzenbergplatz auf Grund der Marmorböden und der Granittische als nobel und modern, auch wenn sich Janicijevic noch an die Anfangszeit mit Holzbänken erinnern kann, in der das Restaurant eher wie ein "Cowboy-Saloon" aussah. Bis heute wurde das Restaurant vier Mal renoviert.

Elfriede Ott, die "Starmaniacs" und Putins Security-Leute waren schon einmal zu Gast. Es sei auch keine Seltenheit, dass Gäste aus den benachbarten Nobelhotels am Ring ihre Laufburschen losschicken, um sich "Burger und Pommes" holen zu lassen - wie zum Beispiel Michael Jackson.
Würstelbudenbesitzer bleiben gelassen
Auch der Tag mit den meisten Besuchern ist Janicijevic im Gedächtnis geblieben: Es war der Nationalfeiertag im Jahr 2005, Österreichs Gedenkjahr. Eine Parade des Bundesheers zog den Ring entlang, und mit 3.000 bis 4.000 Leuten "war das Restaurant wirklich voll", so Janicijevic.

Trotz seiner 29 Jahre bei McDonald's habe er sich noch nie eine Jause von zu Hause mitgenommen. Big Mac und Hamburger Royal zählen nach wie vor zu seinen Lieblingsspeisen.

Die Betreiber umliegender Würstelbuden stehen "dem Mäci am Schwarzenbergplatz" offenbar gelassen gegenüber: "Wenn jemand a Hasse will, dann kommt er eh zu uns, und wenn er Lust auf a Laberl hat, dann geht er eh zum McDonald's."
Hubert Kickinger, wien.ORF.at
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