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MI | 11.04.2012
Danzinger (Bild: ORF)
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"Seniorenclub"-Pianist Danzinger gestorben
Der Pianist Michael Danzinger, bekannt als musikalischer Leiter der ORF-Sendung "Seniorenclub", ist in der Nacht auf Montag im Alter von 92 Jahren gestorben. Vor 40 Jahren hatte er den "Seniorenclub" mitbegründet.
"Seniorenclub"-Legende Danzinger ist tot.
In Kriegsgefangenschaft zum Musiker
Michael Danzinger wurde am 17. Oktober 1914 als Sohn einer Musikerfamilie in Wien geboren. Dort studierte er Philosophie, Latein und Leibeserziehung. Außerdem lernte er am Wiener Konservatorium Violine und brachte sich autodidaktisch Klavierspielen bei.

Danzingers musikalische Karriere begann als amerikanischer Kriegsgefangener in Heidelberg, wo er in einem amerikanischen Club spielte. Nach dem Krieg fing er beim österreichischen Rundfunk zu arbeiten an, zunächst bei der RAVAG, wo er die Sendung "Improvisationen am Klavier" machte. Im Wiener Funkhaus gründete Danzinger eine Combo.

Nach einer mehrjährigen regen Auslandstätigkeit mit Konzerten in der Schweiz, in Schweden, Dänemark und Deutschland spielte er sowohl im Funkhaus als auch im neu gebauten ORF-Zentrum.
Danzinger Archivbild aus dem Jahr 1969 (Bild: ORF)
Musikabende für Senioren im Clubgebäude gegenüber dem Rathaus.
Ur-"Seniorenclub" ab Ende der 60er
Ende der 60er Jahre veranstaltete Danzinger gemeinsam mit Ernst Hagen erste Senioren-Clubabende im Clubgebäude gegenüber dem Rathaus, wo auch der "Loyality-Club" unter der Präsidentschaft Hagens untergebracht war. Jeden Samstag spielte Danzinger dort für die Senioren.

Die ersten Sendungen des "Seniorenclub" wurden auch dort aufgezeichnet. Dann übersiedelte die junge Produktion ins Ronacher, um nach einem Jahr ins neue Haus am Küniglberg einzuziehen.

Von 1968 bis 2000 wurde der "Seniorenclub" im ORF ausgestrahlt. Von der ersten bis zur letzten Sendung war Pianist Michael Danzinger musikalischer Begleiter, wobei er nicht nur die markante Anfangsmelodie intonierte.
Zusammenarbeit mit vielen Künstlern
Danzinger begleitete außerdem Musiker aus der Oper und der Unterhaltungsbranche, spielte in Martin Flossmanns "Simpl-Revue" und nahm mit Künstlerinnen wie Greta Keller und Liane Augustin 38 Langspielplatten des Labels AMADEO auf, die in die ganze Welt exportiert wurden.

So überraschten Vertreter des chinesischen Rundfunks den Pianisten anlässlich einer Hong Kong-Reise 1969 mit einer kompletten Sammlung seiner "Piano-Cocktails".
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